Wer war es denn nun?

Es ist nicht das Morden, das ungehindert seinen Weg geht, sondern die Suche nach dem Täter. Aber auch in Staffel 2 ist die Sache nicht so einfach, wie es anfangs schien. Hält die zweite Staffel von the killing, was die erste verspricht?

Gewonnen hat der die Wahl zum Bürgermeisteramt. Aber hat er auch das Ticket zum meistgesuchten Mörder Seattles gelöst? © AMC 2012
Gewonnen hat der die Wahl zum Bürgermeisteramt. Aber hat er auch das Ticket zum meistgesuchten Mörder Seattles gelöst? © AMC 2012

Zum Glück gibt es keinen Gärtner, der für irgendeine der Hauptpersonen tätig ist, oder er wäre wiederholt der Hauptverdächtige. Das mag man sich zunächst denken, wenn man die erste Staffel Revue passieren lässt. Viele waren etwas enttäuscht, als am Ende einer kompletten TV-Serienstaffel immer noch kein Mörder in Sicht war. Beziehungsweise verhaftet und verurteilt, in Sicht waren so viele Personen, dass man manchmal den aktuellen Stand der Dinge verwechseln konnte.

Die Optik ist die gleiche – düster, ständig verregnet und immer ein bisschen heruntergekommen. Das macht zum einen den Charme von THE KILLING aus. Es sind eben nicht die hell erleuchteten Labore eines Smithsonian Institutes (Bones) oder der CSI-Unit größerer, durchaus attraktiv erscheinender Städte in den USA. Bei Seattle bekommt der Zuschauer, was er sieht: Intrigen, schmutzige Geschäfte, menschliche Abgründe und jede Menge Schuld.

Mitch ist dann erst mal weg. Um Haus, Kinder und Hof kümmert sich der weil der Gatte nebst Tante. © AMC 2012
Mitch ist dann erst mal weg. Um Haus, Kinder und Hof kümmert sich der weil der Gatte nebst Tante. © AMC 2012

Zum anderen zieht sich das durch die gesamte Serie, denn es geht natürlich nicht nur rund um den Fall selbst. Die Privatleben der Hauptdarsteller sind mindestens ebenso kompliziert wie der Fall. In der zweiten Staffel liegt der Fokus aber nicht mehr nur auf der Ermittlerin Sarah Linden. Deren Beziehung zu ihrem Sohn wird allmählich eiskalt und stirbt beinahe, bevor sie gerade noch die Kurve kratzt. Mit der zukünftigen Ehe scheint es wohl aber erst mal vorbei zu sein. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass sie ständig die Flüge in die neue Heimat „verpasst“. Freude hätte seine Freude an der Dame.

Auch ihr Partner Stephen Holder bekommt seine 15 Minuten Berühmtheit. Ebenso rücken verstärkt die Probleme der Familie Larsen in den Vordergrund. Nach Rosies Ermordung kämpften sie mit ihren Emotionen, jetzt mit dem Alltag und gegeneinander. Nicht zuletzt, weil Rosies Mutter Mitch die Familie für einen Selbstfindungstrip verlassen hat. Sondern auch, weil ihre Schwester da eventuell zarte Gefühlchen für deren Gatten hegen könnte. Und diese ihr Leben ja eigentlich generell weniger im Griff hat.

Stephen und Sarah haben noch eingie Rätsel zu lösen ... © AMC 2012
Stephen und Sarah haben noch eingie Rätsel zu lösen … © AMC 2012

Genau wegen dieser Personenvielfalt behält the killing auch in der zweiten Staffel seine Faszination. Jede persönliche Entwicklung wird gezeigt und bekommt die Zeit, um beim Zuschauer anzukommen. Damit meine ich, dass nicht möglichst viele Informationen wie möglich in eine Folge gepresst werden. Es geht auch nicht ‚nur‘ darum, einen Mörder zu finden. Das Seelenleben der Charaktere wird genauso detailliert beleuchtet und das auf eine sehr interessante Weise. In welchem Krimi bekommt man denn die „Langzeitfolgen“ eines Mordes mit? Kaum irgendwo. Außer jetzt, bei the killing, Staffel 2.

… und eines sei versichert: Diesmal finden sie den wahren Mörder. Und bei eurer Vermutung, wer es ist, habt ihr vorher zu 100 Prozent falsch gelegen.

Bettina Riedel (academicworld.net)

the killing, Staffel 2
13 Folgen

Darsteller: Mireille Enos, Joel Kinnaman, Billy Campbell, Michelle Forbes, Brent Sexton, Kristin Lehman, Eric Ladin, Jamie Anne Allman
Regie: Agnieszka Holland, Daniel Attias, Brad Anderson, Phil Abraham, Ed Bianchi, Kevin Bray, Nicole Kassell, Veena Sud, Keith Gordon, Patty Jenkins

Seit dem 11. Oktober im Vertrieb von der Pandavision/ Studicanal auf DVD und BluRay im Handel erhältlich

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