Wer solche Freunde hat …

… braucht keine Feinde. Nur dass Becky das so nicht klar ist. Denn leider, oder Gottseidank, hat sie keine Ahnung was für kaputte Kreaturen ihre drei besten Freundinnen und Brautjungfern wirklich sind. Der Zuschauer merkt das dagegen schnell. Ab 21.03. auch von zuhause aus.

Wer solche Freunde hat …
Wie konnte es so weit kommen? © Studiocanal

Das Problem mit Plänen

In der High-School lief das Leben für Regan (Kirsten Dunst), Gena (Lizzy Caplan) und Katie (Isla Fisher) noch ganz nach Plan: Sie waren hübsch, beliebt und die Welt lag ihnen zu Füßen. Aber irgendwie sind sie darüber nie hinausgewachsen. Stecken immer noch in ihren Teenie-Verhaltensmustern fest. Für Gena ist das Leben eine Mischung aus Kater und Party, Katie schlägt sich mehr schlecht als recht als Verkäuferin durch und Regan versucht ihr Leben zu Tode zu planen, anstatt zumindest einen Teil davon wirklich zu leben. Was für ein Schock, als ihre Schulfreundin Becky (Rebel Wilson) – ausgerechnet die oft als Schweinebacke verspottete Becky, die ohne Traummaße – verkündet, dass sie ihren gutaussehenden, erfolgreichen Freund heiraten wird. Zwar rücken die Grazien zu den Feierlichkeiten an, Regan reißt sogar die Planung an sich, doch eigentlich können sie es einfach nicht fassen. Wie konnte das passieren?

Den Abend vor der Hochzeit möchte die Braut eigentlich am liebsten ganz gemütlich zubringen. Doch da hat sie die Rechnung ohne ihre Brautjungfern gemacht. Alkohol, Koks und ein Stripper der die Braut mit dem alten, ungeliebten High-School-Spitznamen anspricht sprengen die Party aber schnell. Nicht dass das Regan, Gena und Katie aufhalten könnte. Schließlich wollen sie feiern. Und so nimmt die Katastrophe erst richtig ihren Lauf, als Regan und Katie gemeinsam ins übergroße Hochzeitskleid steigen und es zum Platzen bringen. Zwischen Stripclub, Reinigung und Swimmingpool versuchen sie die Notwendigkeit das Kleid zu retten und ihr Partybedürfnis in Einklang zu bringen. Am Ende fällt dann sogar Regans perfekte Fassade …

Was will ich im Leben machen?

Eigentlich ist „Die Hochzeit unserer dicksten Freundin“ gar nicht so sehr ein Film über das Heiraten oder den Junggesellenabschied der gründlich schief geht. Im Grunde geht es um die ganz alltäglichen Probleme in unserer großen weiten Möglichkeitenwelt und darum, dass viele einfach nur erschlagen sind von den Optionen, die sich nach dem Schulabschluss auftun und am Ende keine davon ergreifen.  

Wer solche Freunde hat …

Der Film verdeutlicht insbesondere die Widersprüche, denen sich moderne Frauen ausgeliefert sehen. Es gilt die Balance zu finden zwischen Familie gründen und Karriere machen zwischen nah am Trend, immer sexy, aber keine Schlampe und bloß nicht zu oberflächlich sein. Dabei gerät das Ganze manchmal schon arg slapstickhaft und derb, aber bis zum Ende gelingt es Regisseurin Leslye Headland trotz aller Komik ihren Charakteren einen glaubhaften Unterbau und überzeugende Motive für ihr Handeln zu liefern. Und plötzlich ist die Komödie überhaupt nicht mehr so seicht …

Gisela Stummer (academicworld.net)

Die Hochzeit unserer dicksten Freundin (Bachelorette)

Regie: Leslye Headland
Darsteller: Kirsten Dunst, Isla Fisher, Lizzy Caplan, Rebel Wilson, James Marsden

Im Vertrieb von Studiocanal  ab 21. März 2013 auf Blu-ray, DVD und VoD

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