Wenn man vom Teufel spricht…

Ein altes Presshaus mit Weinkeller, ein aktiver Kriminalfall und was haben die alten Güterwaggons aus dem zweiten Weltkrieg miteinander zu tun?

Buchkritik zu Teufel Schilddorfer Weiss

Ein pensionierter Kommissar, der sich ein altes, verfallendes Presshaus kauft – weil es einen Weinkeller hat. Rätselhaft ist außerdem, was dieses Haus mit dem Inhalt eines Güterwagons aus dem zweiten Weltkrieg zu tun hat. Was versteckten die Soldaten damals in dem Wagen? Was verbirgt sich in dem alten Presshaus? 

Das vorliegende Buch ist schon der dritte Band des Autorenduos. Ich habe leider Band 1 und 2 vorher nicht gelesen, aber fand, dass ich trotzdem recht gut in die Geschichte eintauchen konnte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, durch die vielen Prologe und den häufigen Perspektivenwechsel in der Zeit und unter den verschiedenen Figuren und Schauplätzen, empfand ich das Buch als sehr spannend und auch fesselnd.

Vermutlich fällt es Lesern leichter, wenn man die ersten beiden Bände („Ewig“ und „Narr“) kennt, daher würde ich empfehlen, diese zuerst zu lesen. Einfach, um die Figuren schon zu kennen. Die Handlung ist sehr komplex und wird auch sehr detailliert geschildert. Es ist also kein Buch, das ich locker „weglesen“ konnte. Es forderte schon etwas mehr Aufmerksamkeit. Mir fehlte ein wenig die Leichtigkeit. Auch in Bezug darauf, dass das Buch mit fast 655 Seiten ein echter Wälzer ist. Für mich waren deshalb hin und wieder ein paar Pausen nötig, auch wenn es wirklich sehr spannend war.

Die Rückblenden in die Vergangenheit – das empfand ich zum Teil als richtig gruselig. Was haben die Nazis da versteckt in diesem Zug? Es gibt im Text immer wieder Andeutungen, die einem beim Lesen eine leichte Gänsehaut den Nacken entlang kriechen lassen. Ebenso werden weiter zurückliegende Fälle angesprochen, die sich dann auf die ersten beiden Bände beziehen. Auch hier nochmal die Empfehlung, erst Band 1 und 2 lesen (ich werde das nun nachholen).

Die gesamte Geschichte wirkt wie eine Mischung aus leichtem Gruselthriller, historischen Rückblenden in die Zeit des zweiten Weltkrieges und spannendem Kriminalfall. 

Richtig klasse fand ich das Ende, das – na klar – nicht verraten wird. Nur so viel: Toll war zu lesen und wie sich die Hauptprotagonisten aus der Geschichte weiterentwickelt haben, ist wirklich originell.

Kerstin Tacke (academicworld.net-Userin)

Teufel. Gerd Schilddorfer, David Weiss.
Heyne Verlag. 9,99 Euro.

Share.