Wenn es finster wird: ein Roman, dunkel wie die Nacht!

Blackout handelt von einem Stromausfall, der den Kontinent für mehrere Tage in absolute Finsternis versetzt. Nur Einer weiß, warum das so ist. Aber wer glaubt ihm?

pffffft – Licht aus! Bild: Petra Bork/pixelio.de

Stromausfall-auf dem gesamten Kontinent – ganz Europa liegt im Dunkeln und das auch noch im Winter. Es dauert nicht nur ein paar Stunden, sondern Tage gehen ins Land. Was ist passiert? Ein technischer Defekt? Überlastung? Terrorismus? Die Experten tappen im Dunkeln. Und das sprichwörtlich. Nur ein Mann hat eine Entdeckung gemacht. Aber niemand hört ihm zu.

Wie der Sprung ins kalte Wasser

Blackout ist ein Buch, bei dem es mir ging, wie bei einem Sprung in einen dunklen kalten See. Es stockt einem förmlich der Atem, Gänsehaut überfällt den Leser, sobald er in das Geschehen hineinstürzt.  Der dunkle Ort und das Schneetreiben tauchen vor dem inneren Auge auf, der Eisengeruch des Blutes steigt einem in die Nase – unglaublich wie das Buch beginnt.

Die Entwicklung des Romans ist ebenfalls spannend geschildert. Es wird beschrieben, wie sich das Krisenmanagement um den Stromausfall kümmert, wie die verschieden Protagonisten damit umgehen. Am Ende lässt der Autor einen nachdenklichen Leser zurück, der am liebsten sofort in den nächsten Supermarkt rennen möchte, um sich mit Vorräten, vor allem Batterien einzudecken und es erwägt, einen Notstromaggregat zu kaufen.

Viele technische Details

In der Geschichte werden viele technische Details zu Stromnetzen und Stromausfällen angesprochen. Als technischer Laie fühlt man sich da teilweise etwas überfrachtet. Da hätte ich es besser gefunden, in einem ausführlichen Anhang noch einmal auf die Details einzugehen. Was mich am Aufbau der Geschichte auch etwas störte, waren die kurzen Kapitel, die häufig wechselten und jeweils eine andere Perspektive beleuchteten. Durch die vielen unterschiedlichen Orte und Personen, war es anfangs teilweise etwas anstrengend zu lesen. Auch hier wäre ein Personenverzeichnis mit Ortsangabe hilfreich gewesen.

Kopfkino pur!

Der Schreibstil ist dagegen sehr anschaulich. Wie still muss es zum Beispiel sein, wenn es keine Geräusche, kein Licht, keine Heizung, kein Wasser gibt – und absolute Dunkelheit. Hier ist Kopfkino pur geboten! Anfangs tappt der Leser zwar im Dunkel, fiebert dadurch aber die ganze Zeit über mit den Protagonisten mit.

Fazit

Spannender Thriller, allerdings mit vielen technischen Details und auch häufigen Perspektivenwechseln, die allerdings auch einen Rundumblick auf das Geschehen ermöglichen. Insgesamt würde ich 4 von 5 Sternen vergeben. 

Buchrättin, academicworld-userin

Marc Elsberg. Blackout.
Blanvalet Verlag. 19,99 Euro.

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