Watson, übernehmen Sie!

Guy Ritchies „Sherlock Holmes“ wurde 2009 ein Riesenerfolg. Jetzt machen sich Robert Downey Jr. und Jude Law als Holmes und Watson wieder auf Ganovenjagt. Ab 22. Dezember im Kino.

 

Lehrjahre sind keine Herrenjahre heißt es so schön, doch schon mancher kam über erstere nie hinweg und hat zwischendurch mal eben das Handtuch geworfen oder sich nach neuen Beschäftigungen umgesehen. Dr. John Watson (Jude Law) ist zwar in seinem erlernten Beruf als Mediziner über den Lehrlingsstatus längst hinaus, hat sich aber als Meisterdetektiv in Ausbildung quasi erneut in ein Meister-Schüler-Verhältnis begeben. Zusammen mit dem genialen Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) galt es nach allen Regeln der Detektivkunst Verbrechen aufzudecken und zu klären. Nun will sich Watson nach der Hochzeit mit der schönen und klugen Mary (Kelly Reilly) in punkto Detektivtum vom  Status des Auszubildenden direkt in Rente begeben. Doch da sei nicht nur Holmes davor.

… und Holmes darf seine Kampffähigkeiten unter Beweis stellen.

Duell unter Gentlemen?
Derweil es also Watson nach Erfüllung im Privaten verlangt sieht sich Holmes – mitten im Kampf mit seiner Nemesis Professor Moriarty (Jared Harris) – zunehmend auf sich selbst zurückgeworfen. Watson ist ausgezogen, die familiären Bande zu Bruder Mycroft (Stephen Fry) sind ohnehin eher diffuser Art und Love-Intrest Irene Adler (Rachel McAdams) wurde auf ihren dunklen Pfaden heimtückisch beseitigt. So ist es fast nicht verwunderlich, dass er sich in seinen (Nach-)Forschungen vergräbt. Als Watson ihn am Vorabend seiner Hochzeit aufsucht meint Haushälterin Mrs. Hudson (Geraldine James) sehr treffend er wäre auf einer „Alkohol-, Tabak- und Kokablätter-Diät“.

Watsons Junggesellenabschied artet etwas aus …

Er lässt sich zwar losreißen um mit Watson Junggesellenabschied zu feiern, hat aber außer seinem Bruder Mycroft niemanden eingeladen – was den guten Doktor doch etwas irritiert. Der Abend in zwielichtigem Etablissement gerät aber durch die rasante Begegnung Holmes’ mit der Wahrsagerin Sim (Noomi Rapace) mehr als ein bisschen aus dem Ruder. Und hinter allem scheint wieder einmal Moriarty die Fäden zu ziehen. Dieser Holmes geistig mindestens ebenbürtige Gegner scheint Großes zu planen. Vordergründig stets Gentlemen, unter dem Tisch aber mit allen Mitteln kämpfend liefern sich die beiden einem ordentlichen Kampf nicht abgeneigten Meisterhirne ein (Schach-)Spiel auf Leben und Tod. Und am Ende darf Watson, dass er einiges gelernt hat vom großen Detektiv.

Höher, schneller, weiter
Im ersten Teil war es noch ausreichend, dass Holmes und Watson sich durch London ermitteln, nun geht es in einer wilden Hatz durch halb Europa – bis hin zu den legendären Reichenbachfällen … Die Waffen sind größer, die Pläne gerissener, der Gegner übermächtiger, aber im Grunde ist alles beim alten. Guy Ritchies Budget für den zweiten Teil wurde nach dem Erfolg von Film eins wohl noch einmal deutlich aufgestockt. Witz, Action, Spannung und Dramatik sind durchaus großzügig vorhanden, allerdings fehlt dem Film etwas der Charme, den der Vorgänger versprüht hat. Doch gute Action-Unterhaltung mit Spaßfaktor ist das allemal – damit die Weihnachtstage nicht zu besinnlich werden.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Sherlock Holmes. Spiel im Schatten

Regie: Guy Ritchie
Darsteller: Robert Downey Jr., Jude Law, Jared Harris, Noomie Rapace, Stephen Fry
Im Verleih von Warner Bros. Entertainment

Kinostart: 22. Dezember 2012

 



Stand: Dezember 2011

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