Was will man mehr?

Herz oder Kopf? Gehen oder bleiben? Junge oder Mädchen? Das war so nicht geplant: Paul wird Vater. Leider ist das Kind nicht von Iris, seiner Traumfrau, sondern von ihrer Schwester Audrey. Drum kümmern darf er sich auch nicht wirklich. Und seine Karriere geht gerade fürstlich den Bach runter. Da helfen nur Schamski, Günther und Bronko, Pauls WG-Gefährten aus besseren Tagen. Doch für das große Glück müssen sie alle einiges riskieren …

Rezension: Was will man mehr

„Was will man mehr“ ist der letzte Teil einer Trilogie um Paul und seine Kumpel Schamski, Günther und Bronko. Ich las ihn ohne das Vorwissen der beiden ersten Bücher und war mehr als begeistert. Sicher ist es schön, wenn man die Charaktere schon kennt. Doch Hans Rath versteht es sehr gut jede Figur so plastisch und facettenreich darzustellen, dass sie schon nach kurzer Lesezeit mein Herz im Sturm eroberte.

Ebenso plastisch, wie auch lebendig, war die Geschichte selbst. Ich fand mich sehr schnell in den Örtlichkeiten zurecht. Die beschrieben Situationen waren sehr gut dargestellt. Der Roman sprüht geradezu vor Rasanz, skurrilen Situationen und unverhofften Wendungen. Manche Sätze und Dialoge fand ich so urkomisch, dass ich nicht umhin kam, laut loszulachen. Dafür sorgten nicht zuletzt die Haupt- und Nebenfiguren, und auch der Protagonist selbst.

Kuriose Abenteuer und herzerfrischender Irrsinn

Pauls Tollpatschigkeit, die Miseren und kuriosen Abenteuer in die er gerät und sein überaus chaotisches Umfeld sorgen immer wieder für haarsträubende und zugleich sehr witzige Situationen. Hans Raths Schilderungen hierzu sind einmalig. Dies beginnt schon mit dem ersten Abschnitt und endet erst mit dem letzten Wort.

Der Autor bedient sich in seinem Roman einiger Klischees und die Geschichte wirkt nicht immer ganz authentisch. Störend fand ich das allerdings nicht. Im Gegenteil: Die Klischees, gemischt mit Selbstironie, Sarkasmus und herzerfrischendem Irrwitz machen das Buch erst zu dem was es ist.  

Wunderbar …

Ich ziehe nur ungern Vergleiche zwischen Büchern. Doch hier kam ich nicht umhin, dass ich immer wieder an Tommy Jauds „Hummeldumm“ erinnert wurde. Die Geschichten sind selbstverständlich unterschiedlich, aber die Art des Humors gleicht sich sehr. Wunderbar … 🙂

Ich habe dieses Buch verschlungen und hoffe sehr, dass wir noch viel von diesem Autor hören und lesen werden.

(Tanja Geyer, academicworld-Userin) 

 

256 Seiten

Wunderlich (1. Juni 2011)

14,95 Euro   

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