Was machen eigentlich verschleppte Ameisen?

Ameisennapping. Man kennt das: Du liegst irgendwo im lauschigen Grünen beim Picknick und später zuhause merkst du, dass du einen blinden Ameisenpassagier nach Hause mitgenommen hast.

Zurück nach Hause – Die unglaubliche Reise. Teil 2?

Was passiert nun eigentlich mit diesen „entwurzelten“ Einzelameisen – fern von Zuhause ohne Aufgabe und Arbeit?
Versuchen sie nach Hause zurückzukommen wie in dem Disney-Film „Zurück nach Hause – Die unglaubliche Reise“?
Schließen sie sich einem neuen Stamm an, was dann in etwa so sein dürfte wie bei „Willkommen bei den Sch’tis“? Oder werden sie autarke Einzelgängerameisen, hart und verschlossen, so in etwa wie Rambo, Teil 1 und 4?

Wir haben keine Ahnung und haben deshalb einen Spezialisten gefragt, der sich auskennen könnte: Den Biologen Prof. Dr. Nico Blüthgen von der TU Darmstadt. 

Frage: Was machen eigentlich verschleppte Ameisen?

Antwort: „Das ist eine sehr interessante Frage. Eine Ameise wird so gut wie nie von einer anderen Kolonie akzeptiert, egal ob diese von der gleichen Art oder einer anderen Ameisenart sind. Sie wird anhand ihres Dufts sofort als ‚fremd‘ erkannt und attackiert.

Falls sie auf ihre eigenen Schwestern oder Duftspuren derselben trifft, wird sie jedoch meist in ihr Nest zurückfinden. In der Regel wird sie allein tatsächlich nicht lang überleben, da ihr der Zusammenhalt der Kolonie fehlt, sie keine Aufgaben wahrnimmt, sich als Arbeiterin auch nicht fortpflanzen kann und außerdem vielen Gefahren ausgesetzt ist …

Ihr wahrscheinlichstes Schicksal wäre dann, bald von anderen Tieren erbeutet zu werden.“

Beantwortet von Prof. Dr. Nico Blüthgen von der TU Darmstadt

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