Von Monstern und anderen Schreckensgestalten

Das meistens nicht das eigentliche Monster – hier sind es Drachen – die schlimmste Schreckensgestalt ist, sollte dem fleißigen Leser und Filmschauer bekannt sein. Dieses Motiv ist auch die Grundlage des Romans „Das Auge des Drachen“ von Bernardo Fernández.

Von Monstern und anderen Schreckensgestalten

Das 19. Jahrhundert ist eigentlich bekannt als Zeitalter der Industrialisierung – Mythen und Magie werden zurückgedrängt im Bewusstsein der Menschen. Nichtsdestotrotz gibt es sie, diese tiefe Sehnsucht nach dem Unerklärlichen – die, vor allem in Kombination mit dem Streben nach neuen Erkenntnissen, den Menschen nicht zur Ruhe kommen lässt auf der Jagd nach den letzten Geheimnissen der Welt.

Vom afrikanischen Dschungel in die chinesische Unterwelt Mexikos

Aus einer düsteren Grube im Dschungel Nordrhodesiens starrt den Tierfänger Lorenzo Cassanova ein Tier an, von dem er nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Sofort verständigt er den Tierhändler Carl Hagenbeck – doch der trifft weder das Tier noch Cassanova mehr lebend an, ist aber fortan enorm begierig darauf ein weiteres Exemplar dieser seltenen Spezies zu finden. Und da ist er nicht alleine. Bald sind zahlreiche Abenteurer dem Geheimnis auf der Spur.

 Der zwielichtige Chinese Pi Ying muss als Kind aus China fliehen, das einzige was ihm aus dem Elternhaus bleibt sind drei mysteriöse „Perlen“. Jahre später ist er der heimliche Herr über die Unterwelt der mexikanischen Grenzstadt Mexicali. Dass das aber noch nicht sein größtes Geheimnis ist und was genau es mit den „Perlen“ auf sich hat? Am besten selbst lesen.

Unterhaltsam aber überfrachtet

Bisweilen werden es der Perspektiven und Zeitebenen zu viele, aber es bleibt eine unterhaltsame Geschichte. Wie könnte auch ein Roman mit Drachen, Großwildjägern, Spionen, Schmugglern, Forschern und der chinesischen Mafia langweilig werden? Etwas überfrachtet: Ja. Aber auf keinen Fall ermüdend.

 

276 Seiten

suhrkamp nova (Januar 2011)

12,95 Euro

 

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