Von hart bis zart

Einige moderne Klassiker von Miramax bringt Arthaus neu auf Blu-ray heraus. Darunter befinden sich so gegensätzliche Filme wie „Four Rooms“ und „Emma“. Beide sehenswert, das Zielpublikum dürfte sich aber wenig überschneiden.

Emma & Four Rooms

Four Rooms

Wem „Happy New Year“ letztens zu weichgespült war, der ist mit einem Silvesterabend à la Robert Rodriguez, oder Quentin Tarantino vielleicht ja besser beraten. Diese beiden haben zusammen mit Allison Anders und Alexandre Rockwell den Jahreswechsel ebenfalls in Episoden unterteilt. Wie schon die Namen der Regisseure verraten, spielen dabei aber weniger romantische als existenzielle Verwicklungen die Hauptrolle.

Das Bindeglied zwischen den vier Episoden, die in vier verschiedenen Räumen eines Hotels in L. A. spielen ist der Page (ein großartiger Tim Roth). Egal ob er auf einen illustren Hexenzirkel (u. a. Madonna) trifft, von einem psychopathischen Pärchen oder lästigen Kindern auf Trab gehalten wird oder in Raum 4 in eine Wette hineingezogen wird, deren Einsatz er eigentlich nicht bereit ist zu begleichen, immer ist der arme Teddy bis zum äußersten gefordert. Ein echter Kultfilm. Wer sich auch sonst von Tarantinos Filmen nicht verstören lässt, sollte an „Four Rooms“ auf jeden Fall seinen Spaß haben.

Four Rooms

Regisseur(e): Allison Anders, Alexandre Rockwell, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino
Darsteller: Tim Roth, Valeria Golino, Madonna, Bruce Willis, Antonio Banderas

Emma

Nicht nur Keira Knightley (Stolz und Vorurteil) und Kate Winslet (Sinn und Sinnlichkeit) durften ihr Können in den letzten Jahren in den Dienst gelungener Jane Austen-Verfilmungen stellen, auch Oscar-Preisträgerin Gwyneth Paltrow hat einer der berühmten Heldinnen ihr Gesicht geliehen. Als „Emma“ spielt sie die junge Kupplerin aus gutem Haus mit sichtlichem Vergnügen.

Die Geschichte ist hinlänglich bekannt – den, der sie will, möchte sie mit der Freundin verkuppeln, der, den sie will, will lieber eine andere und im Grunde weiß eigentlich jeder selbst ganz genau, wen er will, auch wenn er oder sie es sich lange nicht eingesteht. Dabei protzt die Verfilmung mit schwelgerischen Aufnahmen, einem beachtlichen Ensemble guter Schauspieler und liebevoller Inszenierung. Sowohl für Austen-Fans, als auch für Fans großer Liebesgeschichten ein Highlight. 

Emma

Regisseur: Douglas McGrath
Darsteller: Gwyneth Paltrow, Jeremy Northam, Toni Collette, Alan Cumming, Greta Scacchi, Ewan McGregor

Gisela Stummer (academicworld.net)

 

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