Von der Liebe zu Büchern und dunklen Geheimnissen

„Mathilde und der Duft der Bücher“ ist ein wirklich französisches Buch. Der Leser kann in schönen Bildern schwelgen und sich trotzdem einer plausiblen Handlung hingeben. Dazu gibt es dann auch noch detaillierte und fundierte  Einblicke in die Buchbinderkunst.

 

 

Rückschritt zur Fortentwicklung

Amélie und Chocolat lassen grüßen. Anne Delaflottes Roman ist für Bücherfreunde ein helle Freude und außerdem einfach hinreißend. Mit französischer Leichtigkeit schildert die Autorin die Geschichte einer jungen Frau, die in der modernen Erfolgsgesellschaft – trotz äußerlicher Erfolge – innerlich immer mehr vereinsamt ist. Erst dadurch, dass sie sich mit einem bewussten Schritt selbst entschleunigt und aus dem hektischen Diplomatenalltag in der Millionenmetropole Paris heraus nimmt und sich auf ihre Wurzeln besinnt, findet sie zurück zu sich selbst und auch in die Gesellschaft ? allerdings nicht die weltstädtische an der Seine, sondern eine überschaubare, persönliche und liebenswerte, dörfliche.

Das Handwerk des Buchbindens hat ihr einst der Großvater als Erbe mitgegeben. Nun macht sie es in ihrem eigenen kleinen Atelier in der Dordogne zu ihrem Beruf und Lebensinhalt. Nach gewissen Anfangsschwierigkeiten ist Mathilde gerade dabei sich einzuleben, als an einem stürmischen Morgen ein junger Mann in ihre Werkstatt geweht wird, der ihr ein geheimnisvolles Buch zur Restaurierung übergibt. Beinahe magisch angezogen fühlt sie sich von Buch wie Besucher. Doch der Besucher wird nicht zurück kommen … Die Zeichnungen in dem Brandspuren aufweisenden Band bringen sie derweil einem vergangenen Geheimnis auf die Spur. Aber nicht alle in Mathildes Umgebung wollen diese alte Geschichte aufgedeckt sehen …


Bezaubernd und stimmungsvoll

Eine bezaubernde, eine stimmungsvolle und durchaus keine seichte Geschichte in einem schmalen, aber – thematisch passend – schön aufgemachten Büchlein. Wenngleich die knapp 250 Seiten schnell gelesen sind, schlägt man das Buch mit einem Lächeln zu. Für alle passionierten Leser und Bibliophilen ergibt sich durch die Schilderungen aus dem Bereich der Buchbinderei noch zusätzlich Interessantes. Ein kleine, feine Leseempfehlung.
 
256 Seiten
Kindler (11. März 2011)
17,95 Euro

 

 

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