Vom Leben, der Liebe und dem Warten darauf

Wir befinden uns in einer Kleinstadt in New Hampshire. Es ist das Labor Day Wochenende. Der 13-jährige Henry hat es endlich wieder einmal geschafft, dass seine psychisch labile Mutter das Haus verlässt. Was dann passiert, lässt abwechselnd den Atem stocken und das Herz höher schlagen.

© aboutpixel.de / Sophie Hensen

Das Leben ist nicht schwarz-weiß
Es ist die Sicht von Henry, die dem Leser eine ergreifende Liebes- und zwei harte Lebensgeschichten schildert. Adele ist im Grunde ihres seit mehreren Fehlgeburten und einer Scheidung gebrochenen Herzens eine liebenswerte, sensible Frau. Ihren Sohn Henry liebt sie über Alles, dennoch schafft sie es immer seltener das Haus zu verlassen. Als die beiden im Supermarkt vom verletzten Frank angesprochen werden, nehmen sie ihn mit zu sich nach Hause – ohne zu wissen wer er ist.

Wie sich nur allzu bald herausstellt, ist Frank ein flüchtiger Gefängnisinsasse. Seit vielen Jahren sitzt er wegen Mordes. Dennoch gewähren ihm die einsame Adele und ihr Sohn Obdach. Und nur zu bald scheint sich Frank – kann ein Kriminelle überhaupt so nett sein? – nahtlos in die kleine Familie einzufügen. Für Henry gibt er den Ersatzvater, spielt Baseball mit ihm und lehrt ihn das Backen und auch zu Adeles Herz dringen endlich wieder einmal Gefühle durch. Doch was steckt wirklich hinter der Fassade des freundlichen Mannes?

Luftig leicht und doch gehaltvoll
Joyce Maynard kann so luftig leicht schreiben, wie der Pfirsich-Pie, den Frank und Henry zusammen backen. Wenngleich die Handlung, die sie schildert, eigentlich nur wenig leichtfüßig und romantisch anmutet, so gelingt es der Autorin dennoch, genau diesen Eindruck zu erzeugen. Eine angenehme Sommerlektüre. Voller Liebe und doch ohne Kitsch. Spannend, aber nicht (oder wenig) blutig.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Buchcover zu „Der Duft des Sommers“ © Goldmann Verlag

288 Seiten
Goldmann Verlag (27. Juni 2011)
17,99 €


 

Stand: Sommer 2011

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