Vielversprechender Auftakt

Mit „Ein schmutziges Geschäft“ ist George Pelecanos ein vielversprechender Auftakt zu einer neuen Krimiserie um den jungen Ermittler Lucas Spero gelungen, der Lust auf mehr Bücher macht.

Rezension "Ein schmutziges Geschäft"

Vorsicht beim Spionieren! wuestenfux / pixelio.de

Sympathischer Ermittler

„Er war ein junger Weißer, der Arbeitskluft und eine Mütze trug, mittelgroß, kräftig gebaut, kein Bart, keine besonderen Kennzeichen, absolut unscheinbar und sofort wieder vergessen.“ (S. 273 So beschreibt George Pelecanos seinen neuen Protagonisten Lucas Spero, den er in „Ein schmutziges Geschäft“ das erste mal ermitteln lässt.

Spero hat eine griechische Mutter, ein Lehrer als Bruder und einen Einsatz im Irak hinter sich. Nun hat er sich in Washington niedergelassen und verdient sein täglich Brot mit Gelegenheitsermittlungen für einen befreundeten Anwalt. Nebenbei bietet er einen besonderen Service, denn er hat sich auf das Auffinden verlorener Gegenstände spezialisiert. Für eine Beteiligung von 40 Prozent am Preis des verlorenen Guts macht er sich an das Aufspüren dieser Gegenstände. Und diese Nebentätigkeit ist es auch, die in Hals über Kopf in seinen ersten Fall stürzen lässt.

Verschwundenes Marihuana

Von einem einsitzenden Drogenboss angeheuert soll Lucas ein verschwundenes Paket Gras aufspüren, das einfach verschwunden ist. Doch so einfach wie der Fall zunächst klingt, ist das Ganze natürlich nicht. Bei seinen Ermittlungen muss Spero rasch erkennen, dass offenbar ein ganzer Kreis aus Hintermännern hinter dem Verschwinden des Marihuanas steckt, die auch vor Morden nicht zurückschrecken.

Nachdem Lucas Spero das erste Mal Witterung aufgenommen hat, lässt er sich von seinen Ermittlungen nicht mehr abbringen und folgt den Spuren unerbittlich bis zum unausweichlichen Finale …

Toller Auftakt

Mit Lucas Spero hat George Pelecanos einen unkonventionellen und effizienten jungen Ermittler kreiert, der genauso modern wie klassisch ist. Ein typischer Privatdetektiv in Anlehnung an das klassische Genre, der neben seinem Moleskine auf stets sein iPhone zu den Ermittlungen benutzt.

Rezension "Ein schmutziges Geschäft"

Immer wieder flechtet Pelecanos kleine Verbeugung vor diversen Größen der Kriminalliteratur, darunter Dashiel Hammett mit seiner „Roten Ernte“ und Elmore Leonard, ein. Stephen Kings Zitat, dass Pelecanos der wahrscheinlich größte lebende Spannungsautor sein, prangt gleich auf dem Cover und man mag dem US-Schriftstellerstar durchaus beipflichten, auch wenn das Buch noch Potenzial für weitere Bände erkennen lässt.

Während es bei uns Pelecanos nie über einen geheimen Geheimtip hinaus geschafft hat (man erinnere sich nur an die DuMont-Noir-Reihe), ist er in den USA deutlich populärer. Man kann nur hoffen, dass Pelecanos nun wenigstens mit seiner Spero-Lucas-Reihe die Aufmerksamkeit erfährt, die ein Autor seines Ranges verdient!

Marius Müller (academicworld.net-User)

George Pelecanos. Ein schmutziges Geschäft
9,99 Euro. rororo


Stand: Juni 2012

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