Verlobung auf Umwegen

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Kinowelt bringt die romantische Komödie „Verlobung auf Umwegen“ um die Heiratsbestrebungen der Einrichtungsexpertin Anna jetzt auf DVD heraus.

Bei Anna aus Boston (Amy Adams) muss immer alles seine Ordnung haben und weil ihr Herz nun mal dem Herzchirurgen Jeremy (Adam Scott) kennt, muss, damit auch in privater Sache alles seinen geordneten Bahnen geht, geheiratet werden. Weil die Welt amerikanischer Liebeskomödien moraltechnisch aber irgendwo zwischen den 50er Jahren und heute auf der Strecke geblieben ist kann sie ihren Liebsten trotz mehrjähriger Beziehung und gemeinsamer Wohnung nicht auf den Umstand hinweisen, dass ihrer Ordnungsliebe zum inneren Frieden noch ein Ring am Finger fehlt.

Als der Kardiologe dann auch noch den perfekten Augenblick für ein falsches Geschenk nutzt – wer freut sich schon über Diamantohrringe? ist sie daher der Verzweiflung nahe. Da hilft dann nur noch ein wohlmeinender Hinweis des Vaters auf eine alte irische Tradition weiter: einmal alle 4 Jahre ist es den Frauen gestattet ihren Männern am 29. Februar einen Heiratsantrag zu machen. Wie gut dass der potentielle Verlobte ausgerechnet um dieses ominöse Datum herum in Irland auf einem Kongress ist!

Roadtrip ans Ende der Welt

Statt dem anvisierten Dublin muss der Flieger wegen eines Sturmes in Wales notlanden, wo eine Reise ihren Anfang nimmt, die die distinguierte Bostonerin und ihre Überzeugungen in den Grundfesten erschüttern wird. Trotz gigantischem Sturmes kann sie tatsächlich einen Bootsbesitzer zur Überfahrt überreden, doch auch ihrer Überzeugungskraft sind Grenzen gesetzt: Das Wetter lässt sich nämlich auch von der verzweifeltsten Ordnungsfanatikerin nicht nach Belieben beeinflussen. So landet sie also in einem gottverlassenen irischen Kaff, weit ab von Dublin. Für eine derart ordnungsversessene Person verbreitet sie dort alsbald ein ganz ansehnliches Chaos. Der örtliche Pubbesitzer Declan (Matthew Goode) – ihr in spontaner Unsympathie zugetan aber durch einen ordentlichen Berg Schulden gezwungen – erklärt sich bereit sie nach Dublin zu chauffieren. Eigentlich nur eine Tagesreise entpuppt sich der Trip zu einer veritablen Odyssee durch das malerische Irland, das bald zum eigentlichen Hauptdarsteller des Films wird. Denn auf der Handlungsebene wendet man sich von da an dem Slapstick zu: Autos rollen in Gräben, Kühe stehen im Weg, die größte Pfütze weit und breit wird natürlich nicht verfehlt, um ein Zimmer zu bekommen muss man sich als Ehepaar ausgeben – mit allen Konsequenzen … Unnötig zu erwähnen dass sich die Gefühlslage der beiden Reisegefährten wider Willen im Laufe der Zeit verändert.

Wie gewünscht so bekommen – zumindest für den Zuschauer

Letztlich bekommt man mit „Verlobung auf Umwegen“ genau das, was man sich erwartet: Eine nette und schön Gefilmte Komödie, die Handlung eher hanebüchen und fern jeder Emanzipation, aber für einen netten Abend unter Frauen sicher nicht die verkehrteste Wahl. Die Schauspieler sind durchaus überzeugend und nett anzusehen, genau wie die Landschaft, der Witz wie auch die Handlung ist allerdings wenig überraschend, aber das wird vom Zielpublikum für die durchschnittliche romantische Komödie in der Regel auch nicht gefordert. So schlimm, wie die meisten Kritiken zum Film vermuten lassen ist das ganze aber noch lange nicht.

Stand Februar 2011
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