Ungerechtfertigte Rache

Ein Mann mit einer dunklen Vergangenheit, dessen Tochter plötzlich ermordet wird. Der seither nicht nur auf Rache sinnt, sondern sie sich kurzerhand mit seinen Kumpels verschafft. Ein, wenngleich fiktionales, durchaus tragisches Beispiel von Selbstjustiz.

Tokarev - es wird gewalt(tät)ig und laut. © Ascot Elite
Tokarev – es wird gewalt(tät)ig und laut. © Ascot Elite

Paul Maguire ist erfolgreicher Bauunternehmer. Zusammen mit seiner zweiten Frau und seiner Tochter lebt er das perfekte Leben. Bis plötzlich Einbrecher seine Tochter direkt aus seinem Haus entführen. Niemand weiß von wem, wieso oder wo sie sich aufhält. 

Paul muss Abschied von seiner Tochter nehmen und schwört nie enden wollende Rache. © Ascot Elite
Paul muss Abschied von seiner Tochter nehmen und schwört nie enden wollende Rache. © Ascot Elite

Kurze Zeit später wird sie ermordet aufgefunden – eine Nachricht aus seiner Vergangenheit im irischen Mob? Auch die russische Mafia könnte die Hände im Spiel haben. Mit dem Verlust seiner Tochter wird Paul über jede moralische Grenze hinweg geschleudert. Zusammen mit seinen Kumpels aus der Mob-Zeit macht er sich auf die Jagd nach den Mördern. Die findet er auch – nur so gar nicht dort, wo er sie fast schon naturgegeben erwartet.

Die Kritik

Selbstjustiz, eines der ewigen Themen in der öffentlichen Diskussion. Dabei ist im fiktionalen Bereich der Mann, dessen Familie ermordet wird und nach Vergeltung dürstet, fast schon ein Klassiker. Diejenigen, die im Verlauf des Rachefeldzugs sterben, sind allesamt Verbrecher. Das nimmt der Tragik der Selbstjustiz natürlich so ein bisschen den Stachel, aber was will man von Hollywood auch anderes erwarten.

„Sex sells“ als Credo ist hinreichend bekannt und wird gerne von Gewaltexzessen begleitet. Sex gibt es in TOKAREV keinen, dafür aber umso mehr Prügel-, Schießer- und Messerstechereien. Das ist irgendwann etwas zu viel des Guten und trägt nicht gerade zur Qualität des Films bei. Zugegebenermaßen: Das Weltbild verändernde Dialoge sollte man von Filme wie TOKAREV aber auch von vornherein nicht erwarten.

Dazu kommt, dass Nicolas Cage anfangs nicht so recht überzeugt. Der übermäßig schützende irische Vater wirkt zu angestrengt, zu klischeehaft. Er wird für den Zuschauer erst sympathisch oder überhaupt nahbar und glaubhaft, als die „echte“ Persönlichkeit der Rolle zu Tage kommt. Das klappt dafür dann ganz gut. 

Heimlicher Stern des Films ist Rachel Nichols, die einigen schon durch ihre Hauptrolle in der SciFi Serie „Continuum“ aufgefallen sein dürfte. Ihre Rolle als Stiefmutter ist klein, aber gibt dem Film insgeheim die Stütze, die er benötigt.

Die Story ist in Bezug auf die Bilder gut umgesetzt worden, Kampfszenen sind flüssig und realistisch und spannend gestaltet. Bonus gibt es vor allem auch dafür, dass das Ende so vollkommen anders ist als erwartet. Da muss selbst die Selbstjustiz zurückstecken. Das rettet den Film gar über die Kante und macht aus ihm nette Unterhaltung an einem regnerischen Sonntagnachmittag.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Tokarev

Dauer: 97 Minuten
Regie: Paco Cabezas
Darsteller: Nicolas Cage, Rachel Nichols, Peter Stormare, Danny Glover, Aubrey Peeples, Elena Sanchez, Max Ryan

Im Vertrieb von Ascot ELITE

Seit dem 13. Mai auf DVD und BluRay im Handel

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