Unfreiwilliges Heldentum

Vor Jahrtausenden zerstörte Midas mit einer sagenumwobenen Box ganze Königreiche. Seither ist sie verschollen. Jetzt steht ein skrupelloser Geschäftsmann kurz davor, sie zu finden und für seine Zwecke zu missbrauchen. Kann ihn jemand überhaupt noch aufhalten?

Zwei Brüder im Kampf gegen ... Ja, wen eigentlich? und wofür? © Universal Film GmbH
Zwei Brüder im Kampf gegen … Ja, wen eigentlich? und wofür? © Universal Film GmbH

England, Ende des 19. Jahrhunderts. Mariah Mundi (Aneurin Banard) und sein kleiner Bruder Felix (Xavier Atkins) haben keine Ahnung, welchen Berufen ihre Eltern nachgehen. Als sie plötzlich entführt werden und ihre Mutter ihnen gerade noch je eine Hälfte eines uralten Amuletts zustecken kann, steht ihre Welt Kopf. Bald werden sie von Unbekannten gejagt. Nur der rätselhafte Charity (Michael Sheen) taucht auf, um ihnen zu helfen. Trotzdem schaffen die Bösen es, auch noch Felix zu entführen!

Luger ist der Bösewicht, der die Macht der legendären Box von Midas missbrauchen möchte. © Universal Film GmbH
Luger ist der Bösewicht, der die Macht der legendären Box von Midas missbrauchen möchte. © Universal Film GmbH

Auf ins Ungewisse

Um sie zu finden und dem Rätsel rund deren Verschwinden zu lösen, muss Mariah undercover den skrupellosen Geschäftsmann Luger (Sam Neill) ausspionieren. Der hat auf einer einsamen Insel gerade ein Hotel gekauft, weil er dort die sagenhafte Box des Midas vermutet. Die soll angeblich alles, was sie berührt, in Gold verwandeln. Doch allmählich lüftet sich der Schleier und Maria erfährt, dass ein wesentlich bösartigerer Fluch auf der Box liegt …

Die Kritik

Nach Percy Jackson müssen mal wieder die alten Griechen ran, um mit ihren mythischen Geschichten das heutige Publikum zu unterhalten. Glücklicherweise gibt es so gar keine Parallelen zu den Percy Jackson Filmen. Schauplatz ist England, die Akzente sind authentisch, niemand ist göttlich veranlagt und griechisch muss auch keiner lesen können.

Es gibt ein großes Manko: Der Film ist sprunghaft. Man hat mehrfach den Eindruck, dass versucht wurde, so viel Handlung wie möglich in eine kurze Zeit zu bringen. Damit fehlt aber sowohl den Figuren als auch den Charakteren die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und sinnvoll zu entfalten. Der Zuschauer wird so manche Handlung also einfach nicht ganz verstehen, so zusammenhangslos wirken sie. Das ist sehr schade, denn so ist dies tatsächlich auch der Knackpunkt, der aus dem Film ein mittelspaßiges Vergnügen macht.

Ein großes Plus gibt es für die optische Umsetzung: Von den Outfits hin zu den Orten und all den kleinen Details, die wunderbare Szenenhintergründe bilden. Auch die Comic-haften Einschübe brechen damit nicht sondern passen einerseits in die Optik, sorgen durch den gezeichneten Stil andererseits aber auch für Abwechslung. Optisch ein exzellenter Genuss! 

Bei den Schauspielleistungen fällt zweierlei auf: Lena Headey kommt leider nicht über die gleichen Gesichtsausdrücke hinweg, die wir schon von Game of Thrones kennen. Ausgemerzt wird das durch die Leistungen von Michael Sheen als der exzentrische Charity und Sam Neill als Bösewicht Luger.

Vielleicht kann der ein oder andere ja über die Sprunghaftigkeit hinweg sehen. Dann bietet DER ABENTEURER tolle Fantasy-Unterhaltung. Wer bei all den Entwicklungen nicht ganz hinterher kommt, bei dem wird das Anschauen leider eher mittelmäßig spannend.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Der Abenteuerer – der Fluch des Midas

Regie: Jonathan Newman
Darsteller: Michael Sheen, Lena Headey, Aneurin Barnard, Keeley Hawes
Im Handel: 23. Mai 2014

Im Vertrieb der Universal Film GmbH

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