Und ewig lockt das Geld

Für Johan Westlund zählt nur Erfolg im Leben. Dafür ist ihm jedes Mittel recht. Aber kann er tatsächlich die Risiken einschätzen, die er für seinen Traum vom „Reich sein“ eingeht? Immer stärker verschwimmen die Grenzen und bald schon stellt sich für ihn die Frage: Wem kann ich eigentlich noch trauen? Seit dem 16. März ist der preisgekrönte Schwedenthriller „Easy Money“ auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.

Ein Leben auf der Überholspur

Für den cleveren Wirtschaftsstudenten Johan Westlund (Joel Kinnaman) alias JW dreht sich im Leben alles nur ums Geld und Party machen. Um von seinen Kommilitonen anerkannt zu werden, gibt er vor ein Sohn aus reichem Haus zu sein. In Wirklichkeit verdient sich JW nachts als Taxifahrer für Abdulkarim (Mahmut Suvakci) Geld dazu, um sich den Lebensstil seiner Freunde leisten zu können. Als er sich allerdings in ein Mädchen aus der Oberschicht verliebt, fällt es ihm immer schwerer die Fassade aufrecht zu erhalten. Der Ausweg aus dieser Lügengeschichte scheint nur möglich, indem JW schnell viel Geld verdient. Da kommt ihm das Angebot von seinem Chef Abdulkarim gerade recht. Dieser verspricht ihm das schnelle Geld. Der Preis jedoch ist hoch. JW gerät immer tiefer in einem Sumpf aus Drogen und Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden. Bald ist sein Leben keinen Pfifferling mehr wert.

Schicksalsgemeinschaft

Auch der Drogendealer Jorge (Matias Padin Varela) und der serbischen Geldeintreiber Mrado (Dragomir Mrsic) wollen auf einen Schlag das große Geld machen. Die Lieferung einer großen Menge Kokain aus Deutschland nach Schweden scheint die Lösung aller Probleme zu sein. Doch stattdessen gehen die Probleme erst richtig los. Dabei sind die Geschichten der drei Hauptfiguren untrennbar miteinander verbunden. Immer wieder laufen sie sich im Film auf schicksalhafte Art und Weise über den Weg. Wer wird am Ende der lachende Sieger sein? Oder gibt es im brutalen Drogenkrieg möglicherweise nur Verlierer? 

Thriller made in Schweden

Der Newcomer Daniel Espinosa hat mit „Easy Money“ ein Ausrufezeichen gesetzt. Als Vorlage diente ihm dabei der skandinavische Erfolgsroman „Spür die Angst – Stockholm Crime“ von Jens Lapidus. Es gelingt ihm sehr gut die Entwicklung der drei recht unterschiedlichen Protagonisten zu skizzieren, die verbunden durch den Wunsch nach der finanziellen Unabhängigkeit, alles tun würden, um ihre Vorstellung vom Glück zu verwirklichen. Stockholm erweist sich dabei als sehr passende Kulisse für diesen Film, in dem Erfolg und Niederlage so nah beieinander liegen. Steht die Stadt doch spiegelbildlich für JW, der sich zwischen verschiedenen Welten bewegt. Am Tag der toughe Wirtschaftsstudent, den nichts und niemand aufhalten kann, in der Nacht der arme Taxifahrer aus einfachen Verhältnissen, der die Kotze seiner betrunkenen Fahrgäste wegwischen muss.

Etwas mehr Tiefgang

Was leider etwas auf der Strecke bleibt, ist gelegentlich der mangelnde Tiefgang der Akteure. Es ist kaum nachzuvollziehen, wie sich Mrado innerhalb weniger Minuten vom brutalen Schläger zum liebenden, verantwortungsvollen Vater entwickelt. Auch wäre es schön gewesen, wenn man mehr über den Hintergrund von JW erfahren hätte. Insbesondere die Geschehnisse um die Umstände des Verschwindens seiner Schwester bleiben leider ungeklärt. Die Tatsache, dass der Autor Jens Lapidus seinen Stoff mittlerweile zu einer Trilogie ausgebaut hat, lässt aber auf die Beantwortung in einer Fortsetzung hoffen.

Fazit: Sehr solider schwedischer Actionthriller, der bereits einen Vorgeschmack auf die Fortsetzung gibt. Interessante Charaktere, eine gute Portion Action und der spezielle Stil, in dem viele skandinavische Filme gehalten sind erklären, warum der Film in Schweden ein absoluter Bestseller ist.

Thomas Hepp (academicworld.net) 

Easy Money – Spür die Angst

Regie: Daniel Espinosa

Darsteller: Joel Kinnaman, Matias Padin Varela und Dragomir Mrsic

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