Und am Ende vielleicht ein Silberstreif am Horizont

Pat hat echte Probleme – vor allem mit sich selbst. Ob ihm da ausgerechnet die mehr als rätselhafte Tiffany weiterhilft neue Hoffnung zu schöpfen? Seit 31.05. gibt es „Silver Linings“ auf DVD und Blu-ray.

Und am Ende vielleicht ein Silberstreif am Horizont
Ewig kann er sich nicht bei seinen Eltern verstecken – Tiffany lockt Pat ganz schön aus der Komfort-Zone heraus. © Senator

Oft genug gehen die Meinungen von Publikum und Kritikern weit auseinander – gerade wenn es um (Romantische) Komödien geht. Bei „Silver Linings“ waren sich aber alle einig: Hier ist ein kleines Kunstwerk der Schauspielkunst entstanden. Nicht umsonst waren die vier zentralen Figuren des Films allesamt für einen Oscar nominiert. Gewonnen hat ihn letztlich Jennifer Lawrence für ihre Rolle als verrückte, aber liebenswerte junge Witwe mit Depressionen und Tanzleidenschaft. 

Die Sache mit den Plänen

Da hat man sich einmal so schön eingerichtet im Leben, hat einen Job, den man mag, eine Frau, die man liebt, ein eigenes Häuschen … und plötzlich ist alles weg. Für Pat Solatano (Bradley Cooper) war das der Moment, in dem ihm die Sicherungen durchgebrannt sind. Als er seine Frau im eigenen Schlafzimmer in flagranti mit einem anderen erwischt hat, hat er diesen brutal zusammengeschlagen. Das hat ihn für acht Monate in die Psychiatrie gebracht, aber seine Frau Nikki nicht zurück. Nach besagten acht Monaten holt ihn seine Mutter (Jacki Weaver) auf eigene Verantwortung dort heraus. Obwohl er ohne Frau und Job wieder im eigenen Kinderzimmer lebt, versucht Pat positiv zu bleiben und sein Leben zu ordnen. Schließlich ist er wild entschlossen seine Nikki zurückzugewinnen.

Leider steht ihm da ein wenig im Weg, dass er sich ihr oder dem ehemals gemeinsamen Haus auf 150 Meter nicht nähern darf. Bald tut sich allerdings eine unerwartete Möglichkeit auf. Tiffany (Jennifer Lawrence), die Schwester einer gemeinsamen Freundin, bietet ihm an, einen Brief zu übergeben. Allerdings nicht ganz ohne Gegenleistung. Pat soll dafür mit ihr bei einem Tanzwettbewerb antreten. Weil auch Tiffany nach dem Tod ihres Mannes starke psychische Probleme hat und außerdem Pats Vater (Robert de Niro) ein wahnsinnig abergläubischer Buchmacher mit Zwangsneurosen ist und Gewaltausbrüchen ist – der Apfel fiel also nicht weit vom Stamm – verstricken sich die Figuren immer mehr im Chaos. Und ehe man sich versieht steht die finanzielle Existenz von Pats Familie bei dem Tanzwettbewerb auf dem Spiel. Gibt es endlich einen Silberstreif am Horizont?

Und am Ende vielleicht ein Silberstreif am Horizont

Erstens kommt es anders …

Silver Linings ist ein wunderbarer Film über Familie, Liebe und darüber, dass man manchmal die Sachen, die man glaubt am dringendsten zu brauchen, gar nicht mehr will, wenn man sie plötzlich haben kann. Klingt kompliziert? Ist es auch ein wenig. Aber mit geballter Schauspiel-Brillanz ist hier ein anarchisch, wildes Wunder von einer Romantischen Komödie entstanden. Dabei nimmt der Film die psychischen Schäden seiner Protagonisten durchaus ernst. Und trotzdem ist er voller komischer und warmherziger Momente. Allein die Tanzszene am Ende, die alle Handlungsstränge kulminieren lässt ist eine einzige Freude – nicht perfekt, aber wunderbar. Wie das Leben eben manchmal so spielt. Vor allem Jennifer Lawrence und Bradley Cooper dürfen hier zeigen, dass sie weit mehr können als Teeniestar und Schönling vom Dienst.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Silver Linings

Regie: David O. Russell
Darsteller: Jennifer Lawrence, Bradley Cooper, Robert de Niro, Jacki Weaver

Im Vertrieb von Senator 

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