Todesmelodie

Eine Studentin wird während einer Party brutal ermordet, alle ihre Freunde schweigen – keiner kann oder will sich erinnern. Im Rauch von Drogen und Alkohol haben sie sich scheinbar zu Handlungen bewegen lassen, von denen sie sich sonst immer distanziert haben. Wer steckt am Ende wirklich hinter dem Mord und wer hat am meisten zu verbergen? Spannende Fragen, die im Verlauf von „Todesmelodie“ aufgeklärt werden. Klar ist nur eins: es war nicht das letzte Opfer.

Todesmelodie

Sympathische Ermittlerin

Julia Durant war mir sofort sympathisch. Obwohl sie im vergangenen Jahr selbst einen derben, privaten Rückschlag hatte, kämpft sie sich zurück, nimmt ihre Arbeit bei der Kriminalpolizei wieder auf und möchte nicht nur sich selbst, sondern auch ihrem Chef beweisen, dass sie nicht geschont werden muss. Es war wirklich beeindruckend mit welcher Professionalität sie an den Fall gegangen ist, auch wenn sie ihre eigenen Gefühle und Erinnerungen zwischendurch fast in die Knie gezwungen hätten.

Das Ermittlerteam aus Julia Durant, Frank Hellmer, Peter Kullmer, Doris Seidel und Sabine Kaufmann war eine gelungene Mischung aus Charakteren. Als Leser konnte man spüren, dass sich die Kollegen auch privat verstehen und den anderen akzeptieren. Spitze und ironische Sprüche stehen da ebenso an der Tagesordnung wie kleine Neckereien oder Liebesbekundungen zwischen Peter und Doris. Dadurch gab es eine erfrischende Abwechslung von den fesselnden Ermittlungsarbeiten und man hat die Beamten etwas besser kennengelernt.

Flüssiger Schreibstil

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, der Text war sehr flüssig zu lesen und gut verständlich. Die detailreichen Beschreibungen haben es möglich gemacht, sich in die Welt von Julia zu begeben und durch ihre Augen zu sehen. Besonders gut gefallen hat mir auch, dass man nicht nur von der Seite der Polizisten Informationen erhalten hat, sondern auch die Seite der kaltblütigen Mörder beschrieben wurde. So hatte der Leser teilweise schon vor der Kripo Hinweise auf den Tathergang und die möglichen Zusammenhänge. Schön fand ich auch die zeitlichen Angaben zu Beginn der Abschnitte, so hat man gut den Überblick behalten.

Der Buchtitel „Todesmelodie“ passt auf jeden Fall super zu dem Buch, auch wenn der Zusammenhang erst während der Geschichte so richtig deutlich wird. Ein absolut fesselnder Krimi, der die Tiefen und Abgründe der menschlichen Seele offenbart und dabei auch nicht davor zurückschreckt die Widerlichkeit der Leichenfunde zu verdeutlichen. Faszinierend war für mich allerdings nicht nur die Arbeit der Polizei, auch die penible Planung und Umsetzung der Morde waren spannend zu verfolgen.

Dana Puhlmann (academicworld.net-Userin)

Andreas Franz/Daniel Holbe. Todesmelodie
9,99 Euro. Knaur

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