The Lady: Ein geteiltes Herz

In „The Lady“ erzählt der französische regisseur Luc Besson die Geschichte von Aung San Suu Kyi, der birmesischen Freiheitskämpferin, die 1991 den Friedensnobelpreis bekam. Sie führt einen gewaltlosen Kampf gegen einen übermächtigen Gegner, der ihr alles abverlangt. David gegen Goliath ab 5. April im Kino.

Aung San Suu Kyi lebt mit ihrem Mann Aris, einem Professor für Tibetologie, und ihren beiden Söhnen Alex und Kim in England. 1988 reist Suu nach Birma um ihre kranke Mutter zu besuchen, die einen Schlaganfall erlitten hat. Während dieses Besuches wird sie in den politischen Kampf der Bürger für mehr Freiheit und wirkliche Demokratie hineingezogen, denn Ende der achtziger Jahre wollen die herrschenden Generäle, nach dem Sturz des Generals Ne Win, eine Wahl abhalten, die ihre Machtbasis stärken soll.

Da San Suu Kyis ermordeter Vater, Freiheitskämpfer und Nationalheld, in Birma immer noch sehr populär ist, wird San Suu Kyis gebeten den Vorsitz der neugegründeten Partei „National League for Democracy“ (NLD) zu übernehmen. Sie lässt sich von der Aufbruchsstimmung im Land regelrecht anstecken und ist sich ihrer riesigen Aufgabe bewusst. Ihre Popularität wird den Generälen jedoch schnell unheimlich und so behindern sie ihre Arbeit wo es geht. Das Militär stellt sie unter Hausarrest, verhaftet und foltert ihre Anhänger.

Die NLD gewinnt die Wahlen haushoch

Die NLD gewinnt die Wahlen 1990 mit überwältigender Mehrheit, doch das Militär erkennt das Ergebnis nicht an und gängelt San Suu Kyi und ihre Anhänger weiter. Um auf ihr Schicksal und ihre beklemmende Situation im Hausarrest aufmerksam zu machen arbeitet Aris in England daraufhin, seine in dauerhafter Gefahr schwebende Ehefrau zu schützen und sie für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen um weitere Aufmerksamkeit auf diesen wenig beachteten Konflikt zu lenken.

In ihrem Haus, das sie weiter nicht verlassen darf, erfährt sie von dem ihr verliehenen Friedensnobelpreis, zu dessen Verleihung sie nicht ausreisen kann, da sie immer befürchten muss nie wieder in das Land zurückkehren zu können. Dieses Problem verfolgt sie ab diesem Zeitpunkt die kommenden zwanzig Jahre.

Mitte der neunziger Jahre wird auf Druck der ASEAN-Staaten, deren Mitglied Birma werden wollte, Suus Hausarrest aufgehoben, doch ist sie nie wirklich frei, da das Militär jede Möglichkeit nutzt, sie weiter zu isolieren. In der Zwischenzeit erkrankt ihr Mann Aris in England an Krebs und stirbt 1995, ohne dass San Suu Kyi und er sich nochmals sehen konnten, da die Junta ihm kein Visa für einen Besuch ausstellte, sondern wieder nur San Suu Kyis Ausreise anbot, was sie ablehnte. Trotz dieser schweren Situation und den unzähligen Demütigungen durch das Militär, kämpft sie weiter für das Wohl ihres Landes und des burmesischen Volkes.

Michelle Yeoh ist Aung San Suu Kyi ist The Lady

„The Lady“ besticht neben der mitreißenden Geschichte auch durch seine Darsteller. Michelle Yeoh („Tiger and Dragon“, „Der Morgen stirbt nie“, „Die Geisha“) ist allein schon durch ihre äußerliche Ähnlichkeit die perfekte Besetzung für diese Rolle. Auch ihre authentische Darbietung – für die sie auch etwas burmesisch lernte – der Kämpferin für Demokratie und Freiheit, ist würdevoll, demütig und vor allem nicht klischeebehaftet. Aber auch die Nebenrollen sind mit David Thewlis („Sieben Jahre in Tibet“, „The Big Lebowski“, „Harry Potter“), der den britischen Tibetologen und Suus Ehemann Aris, sowie Aris? Zwillingsbruder spielt, Benedict Wong („Spy Game“, „Kiss Kiss“) Aris? Assistent, sowie Jonathan Raggett (Kim Aris) und Jonathan Woodhouse (Alex Aris) sehr gut besetzt.

Der Film wurde von Regisseur Luc Besson („Das fünfte Element“, „Leon der Profi“, „Transporter“) in Thailand gedreht. Die Dreharbeiten wurden geheimgehalten, um politische Anfeindungen aus Birma zu vermeiden und damit die Dreharbeiten in Thailand nicht zu gefährden. Der sonst eher actionsgeladenes bekannte französische Regisseur, zeigt uns in „The Lady“, dass er auch ernste und ergreifende Geschichten in leisem Ton erzählen kann. Etwas zu kurz kommt die Geschichte und die Situation Birmas, da sich der Regisseur vor allem auf die Familie Aris beschränkt und deren Schwierigkeiten in den Fokus stellt.

Fazit: Ein durchweg gelungener Film, mit einer brillanten Michelle Yeoh, der die jüngere Geschichte Birmas zeigt, die so eng mit dem Schicksal von Aung San Suu Kyi verbunden ist. Den Machern ist gelungen, eine spannende Geschichte aus der Realität zu erzählen, ohne dabei in Klischees oder Action abzudriften. Einzig der extreme Fokus Familie Aris/Kyi ist bei dem zweistündigen Film am Schluss etwas viel.

(David Santin academicworld.net)

The Lady – Ein geteiltes Herz

Regie: Luc Besson
Darsteller: Michelle Yeoh, David Thewlis, Jonathan Raggett, Jonathan Woodhouse
Kinostart: 5. April 2012

Im Verleih von Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

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