Studium brutale

Wie staatlich vorgesehen hat Cia den grausamen Ausleseprozess für die Universität vergessen. Doch die verstörenden Aufzeichnungen auf dem Kommunikator ihres Bruders lassen ihr keine Ruhe. Ist das alles wirklich passiert? Und wenn ja: Wem kann sie noch vertrauen? Und vor allem: Ist Versagen während des Studiums ähnlich verhängnisvoll?

Es gibt schlimmeres im Leben als durchzufallen – aber nicht in Cias Welt

Cia Vale und ihr Freund seit Kindertagen, Tomas, haben es geschafft. Sie wurden an der Akademie von Tosu City aufgenommen. Wie genau sie dort letztlich hin gelangt sind, das sollten sie eigentlich – so haben die Offiziellen das vorgesehen – vergessen haben. Doch weil Cia vor der Gedächtnislöschung gewarnt wurde, hat sie ihre Erinnerungen an die grausame und menschenverachtende Ausleseprozedur (nachzulesen im ersten Teil der Reihe) aufgezeichnet. Und was sie sich dort sagen hört, scheint mit ihren eigenen Bruchstückhaften Erinnerungen zusammen zu passen. Aber kann das wirklich sein? War die Auslese ein Wettkampf auf Leben und Tod? Und wie geht es nun weiter: Werden auch diejenigen, die den akademischen Anforderungen nicht genügen mit dem Tod bestraft? Doch beim Lernen am Schreibtisch bleibt es nicht. Cia und ihre Mitstudenten müssen sich erst einmal einer harten Einführungsprüfung in die ihnen zugewiesenen Fachbereiche stellen und dabei so einige Ängste überwinden. Für Cia am schwersten: Teamkollegen vertrauen … Und nebenbei soll sie auch noch für Michal und die Rebellen die Augen offen halten.

Cias Leben bleibt rasant und gefährlich. Das ist für sie natürlich bedauerlich, bedeutet aber mehr spannende Abenteuer für den Leser. Vielleicht nicht die beste aller dystopischen Zukunftsvisionen auf dem jugendlichen Buchmarkt, aber eine wohldurchdachte Variation des bekannten Themas mit sympathischen Helden und erfrischend wenig romantischem Subplot. So gesehen kann der nächste Teil kommen, den auserzählt ist hier noch nicht.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Joelle Charbonneau. Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben.
16,99 Euro. Penhaligon.

Share.