Staubteilchenstürme?

Die gute Nachricht: Es geht weiter mit der Neuauflage von Isaac Asimovs „Foundation“-Trilogie! Jetzt frisch gedruckt: Sterne wie Staub. Aber ist er wirklich noch zeitgemäß?

Vorab: Es handelt sich um Band 2 der Imperium-Trilogie in der Foundation-Serie. Was wir von Band 1 halten, lest ihr hier.

Biron Farill wacht in seiner Studentenbude auf und weiß – er hat ein Problem. Eine Strahlungsbombe wurde in sein Zimmer geschmuggelt. Ein hochnotschweres Delikt, denn seit den Atomkriegen ist alles, was mit Strahlung zu tun hat, schwerst verboten auf unserer Erde. Er hat Glück und entkommt. Dass es ein Attentat war, daran lässt sich nicht zweifeln. Doch warum will jemand den Sohn eines Gutsherrn von Widemos töten? Und wer steckt wirklich dahinter und vor allem: Wie lange werden sie brauchen, um ihr Ziel wirklich zu erreichen? Biron gerät in einen ganz schönen Strudel, bei dem selbst Wackeldackel einen Koller kriegen würden. Und dabei steht nichts anderes auf dem Spiel als die Befreiung des Univerums von den Tyranni, die es seit Jahrhunderten knechten …

Die Kritik

Habe ich ganz oben etwas von der Imperium-Trilogie erzählt? In der Tat. Es gibt einige Werke, die man der Foundation-Serie zurechnen kann. Ein Sandkorn am Himmel, Sterne wie Staub und Ströme im All gehören eigentlich zur Imperium-Trilogie. Erst danach kommen die eigentlichen Foundation-Romane, von denen drei zum Kern gehören und jeweils zwei zusätzliche die Vor- und Nachgeschichte bilden. Kompliziert? Dann sollte man vielleicht noch doe Roboter-Romane erwähnen … Naja, merken müsst ihr euch nur: Es gibt ganz viele Asimovs, die man lesen kann! Und Chronologie zählt nicht sooo stark, da jedes Buch ein anderes Zeitalter und andere Hauptpersonen hat. 

Bei Sterne wie Staub steht der Leser vor folgender Situation. Sherlock Holmes trifft Science Fiction. Saucool. Es überrascht nicht, dass ein Buch, dass in den 50ern geschrieben wurde auch wie ein klassischer Krimi anmutet. Ohne viel Explosionen und Getöse, wohl aber im All mit allerlei Zivilisationen und technischen Herausforderungen. Zum einen kommen  nicht totale SciFi Fans mit und gut in die Geschichte rein, zum anderen SciFi Fans voll auf ihre Kosten. 

Das Nerd-Level hält sich in Grenzen. Es gibt zwar immer wieder Erläuterungen zu chemischen Zusammensetzungen von Atmosphären, der Physik zu Zeit-Raum-Fragen, aber die bleiben auf einem halbwegs verständlichen Level. Wer damit nichts anfangen mag, kann auch einfach über die wenigen Absätze hinweg lesen. Ein Blick lohnt allerdings, denn auch wenn die Werke rund 65 Jahre alt sind – so falsch liegen sie nicht mit den Erklärungen für „das einfache Volk“. Kann so alte SciFi noch zeitgemäß sein? Dazu gibt der Autor selbst ein Statement am Ende des Buchs und entschuldigt sich für die veralteten Annahmen, auf die er sich beim Schreiben gestützt hat. Macht nichts, finden wir, denn die Bücher spielen so weit in der Zukunft, dass man auch in tausend Jahren noch Isaac Asimov lesen kann!

Bettina Riedel (academicworld.net)

Isaac Asimov. Sterne wie Staub.
Heyne Verlag. 8,99 Euro.

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