Spiel und Spaß mit Mutter Malkin

Aber wer wird das auch schon zu genau nehmen mit diesem ganzen Schicksalsgerede. Klar, Tom ist für eine Laufbahn als Held auserkoren, vor allem im Kampf gegen Hexen. Blöd nur, wenn man sich Hals über Kopf in eine verliebt. Die wiederrum des bösesten aller bösen Hexen dient …

Großer Drache, kleiner Mensch - so einfach ist das nicht mit dem Kampf gegen Hexen ... © Universal Pictures
Großer Drache, kleiner Mensch – so einfach ist das nicht mit dem Kampf gegen Hexen … © Universal Pictures

Er steht im Mittelpunkt einer uralten Prophezeiung, auch wenn er zunächst noch nichts davon ahnt: Der Junge Tom (Ben Barnes), der auf dem Hof seiner Mutter arbeitet, ist erwählt, zum Helden zu werden. Als siebter Sohn eines siebten Sohnes gehört er zum Orden der Geisterjäger, der gegen Hexen und andere magische Wesen kämpft. Tom geht bei John Gregory (Jeff Bridges), dem letzten Meister in der Kunst, schwarze Magie abzuwehren, in die Lehre. Und bald bekommt er es mit einer übermächtigen Gegnerin zu tun: der Hexe, Mutter Malkin (Julianne Moore), die nichts weniger will, als die Geisterjäger ein für alle Mal auszulöschen – und die dazu eine ganze Armee übernatürlicher Gestalten befehligt …

Julianne Moore als Mutter Malkin - rothaariges Hexenbiest, das gerne mal die Gestalt wandelt. Bild: Universal Pictures
Julianne Moore als Mutter Malkin – rothaariges Hexenbiest, das gerne mal die Gestalt wandelt. Bild: Universal Pictures

Die Kritik

Der erste Gedanke, der dem Zuschauer durch den Kopf schießt, ist selbstverständlich: „You know nothing, Jon Snow!“ Und irgendwie ist es ja auch wahr, denn der Gute verlässt den Film recht unspektakulär und schnell. Rothaarigen Frauen ist einfach nicht zu trauen! Merkt euch das besser. Doch genug der Reminiszenz an Game of Thrones.

Eindeutige Empfehlung: seht euch den Film in der Originalsprache an (Englisch). Die Übersetzung auf Deutsch ist vollkommen misslungen. Inhaltlich mag sie absolut korrekt sein, aber zwischen Schauspielleistung, Gestik und den „gesprochenen“ Worten  klafft ein tiefer Riss. Wo epische Ansprachen gehalten werden, kommt von der Wirkung her ein dünnes Flüstern an. Das ist richtig schade, denn optisch ist der Film eine echte Wuchtbrumme. Aufwändig gestaltete Kostüme, tolle Landschaft und bis ins Details ausgearbeitete Masken sprechen Bände.

Inhaltlich wird das Rad nicht neu erfunden – der siebte Sohn eines siebten Sohnes ist aus diversen Legenden und Geschichten bekannt. Damit es nicht ganz so allgemein bleibt, gibt es aber auch hier schon einen kleinen Spin – denn was geschieht, wenn der siebte Sohn eines siebten Sohnes a) ein gewissen gegenüber Hexen hat und b) vielleicht gar keine so „reinrassige“ Abstammung hat?

Insgesamt ein Film, der keine Welt aus den Fugen reißen wird, aber zur gepflegten Abendunterhaltung beitragen darf – wenn man ihn denn auf Englisch schaut.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Seventh Son –seit dem 5. März im Kino

Regie: Sergei Bodrov

Darsteller: Jeff Bridges, Ben Barnes, Alicia Vikander, Kit Harington, Olivia Williams, Antje Traue; mit Djimon Hounsou und Julianne Moore

Im Verleih der Universal Pictures International Germany.

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