Spieglein, Spieglein

Tim soll als 10-Jähriger seinen Vater ermordet haben. Seine Schwester und er wissen es besser: Das Böse ist schuld, das in einem geheimnisumwitterten Spiegel haust. Der hing einst im Arbeitszimmer ihres Vaters …

Ihre Mutter hat er zu diesem Zeitpunkt schon zu Tode gefoltert ... © SquareOne / Universum Film
Ihre Mutter hat er zu diesem Zeitpunkt schon zu Tode gefoltert … © SquareOne / Universum Film

Vater, Mutter, Tochter, Sohn – eine geradezu perfekte Familie. Bis sie in ein neues Haus ziehen und das Familienoberhaupt einen altehrwürdigen Spiegel für sein respektables Arbeitszimmer kauft. Bald erscheinen die ersten Anzeigen krankhaften Wahns bei ihm und pflanzen sich zu seiner Frau fort. Bis die beiden versuchen, ihre Kinder zu töten. Letztendlich ist es Tim, der den ABzug betätigt und seinen Vater erschießt – der ihre Mutter vorher grausam gefoltert hat.

Jahre später wird Tim an seinem 21. Geburtstag aus der Psychiatrie entlassen. Seine Schwester Kaylie erwartet ihn, zusamen mit ihrem Racheplan. Seit Jahren ist sie dem Spiegel gefolgt und hat ihn nun in greifbarer Nähe. Doch Tim ist ‚geheilt‘. An den Spuk und das Böse im Spiegel glaubt er nicht mehr. Fast hat er Kaylie von seinem Standpunkt überzeugt, als sich die ersten verdächtigen Zwischenfälle ereignen … Dank der geradezu wissenschaftlichen Herangehensweise seiner Schwester ist eines klar: Das Böse ist wieder da.

Kaylie hat am meisten gegen die düstere Macht des Spiegels zu kämpfen. Wie lange noch, bis der Wahnsinn sie komplett erfasst? © SquareOne universum Film
Kaylie hat am meisten gegen die düstere Macht des Spiegels zu kämpfen. Wie lange noch, bis der Wahnsinn sie komplett erfasst? © SquareOne universum Film

Ein Thriller, der nicht mehr loslässt! Die Mischung aus Gegenwart und Flashbacks während der Events rund um den Spiegel ziehen den Zuschauer in die Welt von Oculus. Und lassen ihn nicht wieder raus. Wie der Spiegel seine Opfer, die mit leuchtenden Augen in den Ecken eures Hauses auftauchen werden …

Was ist real, was nicht?

Das Packende ist wohl, dass es um die Psyche der Menschen geht. In einem Moment fest von einem Zustand überzeugt (Pflaster vom Finger entfernt) und im nächsten Moment von einem, vollkommen anderen (Pflaster wieder am Finger, geht nicht runter. Mal kucken, was man mit Werkzeug ausrichten kann. Was so ein Finger wohl aushält?). Natürlich wird da mit optisch schockierenden Szenen ergämzt, sodass sich eine echte hammerharte Mischung ergibt. Ein bisschen schade ist es um das Ende. Es ist definitiv nicht schlecht, lässt aber schon sehr viele Fragen offen. Hier noch ein bisschen erklärende Information einzustreuen, hätte dem Film sicherlich nicht geschadet.

Natürlich geht es beim Blick in den Spiegel darum, dass man sich selbst reflektiert sieht. Bei diesem Spiegel ist es das Böse, das in jedem Menschen steckt. Es erstarkt und wird übermächtig, bis es schließlich die Menschen vollkommen kontrolliert und in den Wahn treibt. Das ist ein Zustand, vor dem wohl jeder panische Angst entwickeln kann.

Wie gut, dass man sich die wohligen Schauer jetzt im Heimkino über den Rücken rieseln lassen kann – und das auch noch in der dunklen Jahreszeit. Na, heute schon in den Spiegel geschaut?

Bettina Riedel (academicworld.net)

Oculus

Darsteller: Brenton Thwaites, Karen Gillan, Katee Sackhoff
Regisseur: Mike Flanagan

Seit dem 5. Dezember 2014 als DVD, BluRay und VoD im Vertrieb der Square One/ Universum Film im Handel erhältlich

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