Spiegel Offline: The Very Best of What The Fuck

Spiegel Offline ist eine der erfolgreichsten Skurrilitäten-Sammlungen Deutschlands und zeigt in einer Art Best-of-Internet täglich witzige, kuriose und ausgefallene Clips und Bilder aus allen Bereichen menschlichen und tierischen Lebens. Christian Brandes, der Kopf von Spiegel Offline, ist unentwegt im Netz unterwegs, um die besten Videos zu präsentieren. Academicworld.net plauderte mit ihm.

Christian Brandes (30) hat Betriebswirtschaftslehre in Potsdam studiert, arbeitet als Werbetexter und betreibt ganz nebenbei den witzigsten Blog Deutschlands

Christian Brandes (30) hat Betriebswirtschaftslehre in Potsdam studiert, arbeitet als Werbetexter und betreibt ganz nebenbei den witzigsten Blog Deutschlands

Wie ist dein Blog entstanden? Wie bist du auf die Idee gekommen?
Am Anfang war das gar nicht so wirklich offiziell, sondern das war im Prinzip eine Seite für mich selber, in der ich ein paar Sachen gesammelt habe, die ich nicht vergessen wollte. Im Laufe der Zeit, habe ich mir dann gedacht, das ist doch albern, wenn ich das nur für mich mache und habe dann angefangen das auszubauen.

Was hast du davor gemacht?
Vor meiner Zeit als Werbetexter, war ich erst bei der Bundeswehr und habe mich dann, so zu sagen gezwungenermaßen wegen meiner Abiturnote, für BWL in Potsdam entschieden.

Auf deiner Seite kann man auch werben. Kannst du von den Einnahmen leben?
Theoretisch könnte ich davon leben, aber natürlich nicht auf großem Fuße.

Hast du dir überlegt, deinen Beruf aufzugeben und Vollzeit für deinen Blog zu arbeiten?
Wenn ich irgendwann das Gefühl habe, dass sich das Ding ohne unüberschaubare Risiken von alleine trägt, dann wäre das auf jeden Fall ein konsequenter Schritt. Im Augenblick macht mir aber mein Job auch sehr viel Spaß und bin deshalb noch eher zwiegespalten.

Wie muss ich mir deine Arbeit vorstellen, gerade wenn du hauptberuflich etwas anderes arbeitest?
Es ist schon eine enorme Doppelbelastung. Da ich die Seite ja nicht in der Arbeit befüllen kann, klingelt der Wecker um sechs, damit ich im Prinzip die Artikel vor der Arbeit vorbereiten kann und nachts muss man dann auch noch mal dran arbeiten.

Wie viele neue Post veröffentlichst du denn täglich?
Es kommt immer darauf an. Wenn nichts interessantes geschehen ist, dann reichen auch mal nur drei Einträge. Aber ich habe festgestellt, dass es am besten ankommt, wenn über den Tag verteilt fünf Beiträge erscheinen.

Du hast bereits ein beachtliche Leserschaft. Welches Ziel hast du mit Spiegel Offline?
Ich will eine Seite, die jeder gutfinden kann. Denn so ähnliche Seiten gibt es ja schon, aber die sind meistens sehr in der Nische, etwas nerdig. Mein oberstes Qualitätskriterium ist: Würde das meine Mutter verstehen. Wenn das gegeben ist, wird veröffentlicht. Das Ziel ist, dass es so weitergeht wie bisher.

Und wie findest du die Clips im Netz?
Der eigentliche Aufwand ist eher das Filtern der Clips. Bei den Werbetextern ist das so eine Art Berufskrankheit, dass man sich dauernd irgendwelche Clips schickt. Das kommt also zu mir, da muss ich gar nicht so viel suchen. Die Leser senden mir natürlich auch vieles zu. Zusätzlich habe ich noch einige Seiten, auf denen man vieles finden kann.

Gibt es unter den unzähligen Clips auf deiner Seite einen Lieblingsclip?
Mein absoluter Lieblingsclip, der den Anspruch von Spiegel Offline auch schön zusammenfasst ist: “SPOFL Classics – Flitzer verpeilt wichtiges Detail”. Mein absolutes Evergreen.

Was wäre für dich “der Clip, der alle anderen Clips in den Schatten stellt”?
Ich würde gerne mal Jean-Claude Van Damme gegen Steven Seagal in einem authentischen Freefightmatch sehen.

Wer würde gewinnen?
Ich tendiere zu Steven.

Kümmerst du dich um die Urheberrechte der Videos oder anders gesagt, hattest du damit schon mal Probleme?
Bislang hatte ich damit keine Probleme. Die Urheberrechte sind oft auch unklar. Aber ich gebe immer die Quelle mit an, das wird in der Szene gerne gesehen.

Wie hast du es geschafft, Mitglied des Vice Content Network, der ausgewählten Linkliste des Szenemagazins Vice,  zu werden? Muss man sich da bewerben?
Nee, die sind auf mich zugekommen.

Gibt’s noch was, was dir am Herzen liegt?
Ja, ich engagiere mich zur Zeit mit einer Vortragsreihe, in der es um reflektiertere Mediennutzung gerade bei Jugendlichen geht. Weil ich immer wieder sehe, dass gerade junge Menschen dazu neigen, bei sozialen Netzwerken Ängste und Probleme öffentlich zu machen, die sehr privat sind und dort eher nicht hingehören. Denn das Problem ist, das Gehirn vergisst, das Internet nicht.


Christian Maria Brandes (30) betreibt den Blog Spiegel Offline seit August 2010, Hauptberuflich arbeitet er aktuell bei der Werbeagentur Scholz & Friends als Werbetexter. Brandes lockt mit seinem Motto “Spiegel Offline: The Very Best of What The Fuck” durchschnittlich 7000 Besucher täglich auf seine Homepage und wird von wikio.de auf Platz 182 der wichtigsten deutschsprachigen Blogs geführt.


Stand: November 2011

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