Sophie Page: Wie man einen Prinzen heiratet

Schon mal nachgedacht, wie es wäre, eine echte Prinzessin zu werden? Ab und zu wird dieser Traum vieler junger Frauen wahr…

Der bekannte Unbekannte

Isabella Greenwood kommt nach einem Aufenthalt fern von der Zivilisation zurück und muss sich erst orientieren, um ihr Leben wieder aufzunehmen. Da ist es doch kein Wunder, dass sie bei einer glamourösen Party, auf die sie ihre Freundin mitimmt, ein wenig durcheinander ist und einen kleinen Unfall mit dem Efeu und anderen  Gartenmöbeln hat. Glücklicherweise ist dieser nette, hilfsbereite Typ zur Stelle, der sie befreit.
Als Bella bemerkt, dass ihr Handy seit diesem Abend verschwunden ist, nehmen sie Kontakt zueinander auf. Er möchte ihr das Handy persönlich wiedergeben. Bella ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass der fremde Unbekannte und ihr Retter gleichzeitig der Prince of Wales ist, Junggeselle und einer Beziehung nicht abgeneigt. Doch als Prinz ist man öffentliches Eigentum und Bella weiß, dass auch sie ins Rampenlicht gerät, wenn sie sich auf  ihn einlässt. Doch kann man der Liebe und dem perfekten Mann wirklich widerstehen, wenn nur die Vernunft dagegen appelliert?

Mehr als eine Bettlektüre 

Mir war klar, als ich das Cover und den Titel sah, dass „Wie man einen Prinzen heiratet“ eine Unterhaltungslektüre wäre. Überwiegend ist sie dies auch, denn sie eignet sich bestens zum Lesen vor dem Einschlafen. Denn danach kann ich solche Geschichten immer weiterspinnen und mit in meine Träume nehmen. Womit ich allerdings nicht rechnete, dass ich einige wirklich bereichernde Eindrücke und Weisheiten für mich aus diesem Werk ziehen würde. Das hat mich so erstaunt, dass ich die Geschichte in einem ganz anderen Licht gesehen habe. Letztlich beeinflussen uns Cover und Titel doch sehr und man hegt gewisse subjektive  Vorurteile. Zukünftig werde ich versuchen meine Leseauswahl weniger voreingenommen zu treffen, denn „Wie man einen Prinzen heiratet“ ist ein wirklich schönes Buch.

Kritik

Bella Greenwood ist emanzipierter, als ich zunächst annahm und auch Prinz Richard ist kein solcher Macho wie ich ihm anfangs zu unterstellen wagte. Allerdings fehlte mir teilweise ein Schuss Romantik. Im entscheidenden Moment wurde die Situation einfach gestoppt und der nächste Tag oder auch die nächste Woche begann. So wirkte die Handlung manchmal sehr abrupt und brüchig. Eine klarere Linie wäre von Vorteil gewesen oder zumindest ein fließenderer Übergang.
Die Kapitelüberschriften entsprechen nicht den Standards, sind aber auch nicht besonders außergewöhnlich. Allerdings leiten sie perfekt die Problematik oder einen entstehenden Konflikt in den einzelnen Kapiteln ein.

Der Titel „Wie man einen Prinzen heiratet“ suggeriert ja direkt, was sich im Buch abspielen wird und verrät zu viel, denn ob die beiden heiraten oder nicht wäre eine riesige Spannung gewesen, die den LeserInnen so genommen wurde.

Mit aktuellem Bezug

Die Sprache von Sophie Page ist ungezwungen und dem Inhalt angemessen. Ich bin über keine Unstimmigkeiten gestolpert.
Schön war, dass sie die Geschichte zwischen Richard als Kronprinz und einer bürgerlichen in England ansiedelte. So kam ein direkter Bezug auf und ich konnte mir Einzelheiten leichter verdeutlichen. Ob das von der Autorin und dem Verlag nun Absicht war oder nicht, doch dieser Roman trifft genau in das zurzeit kursierende „Kate und William – Fieber“. Die kürzlich stattgefundene Trauung wird sicherlich einige neugierig machen und zum Kauf dieses Werkes verleiten. Was ich nur empfehlen würde.

Fazit 

„Wie man einen Prinzen heiratet“ hat letztlich mehr Niveau, als der erste Blick vermuten lässt. Es hat mich extrem entspannt dieses Buch als Bettlektüre zu benutzen und mal einige Zeit von einer sehr stressigen Zeitperiode abzuschalten.
Zwar sind die Charaktere im einzelnen teilweise nicht so tiefgründig oder besonders, wie ich es mir gewünscht hätte, doch das sind lediglich Nebensächlichkeiten. Da sich die romantische Stimmung bei mir nur schwer bis sehr wenig einstellte und es dennoch einige, wenige Schönheitsmakel gibt, verleihe ich diesem Werk guten Gewissens vier von fünf Sternchen!

384 Seiten; 7,99 Euro
Goldmann Verlag (18. April 2011)


Stand Juli 2011
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