Schwarze Schafe und „Weiße Rache“

„Malmö ist nicht Bullerbü“ steht auf dem Buchrücken von Mikael Bergstrands Krimi „Weisse Rache“- und damit hat er Recht.

Schwarze Schafe und "Weiße Rache"

In der dritt größten Stadt Schwedens hat jeder dritte Einwohner einen Migrationshintergrund und die Zahl steigt. Auch die Arbeitslosenquote ist überdurchschnittlich hoch.

Der Frust unter Schweden und Einwanderern ist also hoch und viele Jugendliche sehen keine Perspektiven für ihre Zukunft. Bisher haben ausländische Jugendliche die Straßen für die schwedische Jugend gefährlich gemacht, doch nun hat sich eine neue, fremdenfeindliche Gruppe gebildet. „Die Rächer“ überfallen ausländische Jugendliche. Am Tatort hinterlassen sie Bekennerschreiben – und die Polizei Malmös steht vor einer ihrer schwersten Aufgaben.

Polizei und Medien scheinen überfordert

Nur einer scheint Kontakt mit den Rächern zu haben: Journalist Frank Borglind. Regelmäßig wird er von ihnen angerufen und er wittert die große Story. Doch auch seine junge Kollegin Leyla Abdallah soll über den Fall berichten. Doch sowohl die Polizei als auch die Medien scheinen mit dem Fall überfordert zu sein und bald steht fest: unter ihnen sind schwarze Scharfe. Als nach der Serie von Gewalttaten dann auch noch ein Mord passiert, wird es höchste Zeit, diese zu entlarven.

Der etwas andere Schwedenkrimi

Mikael Bergstrand liefert mit diesem Kriminalroman einen Überblick über die derzeitige Lage in Malmö. Auch wenn die eigentliche Story frei erfunden ist, stimmen doch die Hintergrundinformationen mit der Wirklichkeit überein. Der Leser liest in kurzen Teilen über die Ereignisse bei den Rächern, der Zeitung, und der Polizei und hat so einen guten Überblick über die Beweggründe der Rächer. Die Informationen über die derzeitige Lage in Malmö, gepaart mit interessanten Persönlichkeiten, die unterschiedlicher nicht sein können, und einer Geschichte, bei der der Leser meint alles zu wissen, es aber in Wirklichkeit nicht tut, ist dieser Krimi eine Entdeckung für sich.

Leider ist es schwer, im ersten Drittel des Buches nicht aufzugeben, denn man meint alles zu wissen und es kommt keine richtige Spannung auf. Der letzte Teil ist dafür zwar umso fesselnder, allerdings kommt die Spannung ein wenig unerwartet und viel zu schnell. Für Liebhaber von schwedischen Kriminalromanen zu empfehlen, da dieser Krimi mal etwas anders ist als die Anderen.

 

384 Seiten

rororo (Februar 2011)

9,99 Euro

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