Schnitzeljagd mit Zombies

Einmal um die ganze Welt – für Brad Pitt nicht nur Alltag, sondern in Form seines filmischen Alter-Egos Gerry Lane in „World War Z“ schier überlebenswichtig. Denn: Nur er kann die Welt vor einem hochansteckenden Virus beschützen, der alle Infizierten binnen Sekunden in Zombies verwandelt. Seit 7. November auf Blu-ray und DVD.

Schnitzeljagd mit Zombies
Erst mal die Familie in Sicherheit bringen. © Paramount Home Entertainment

Beschleunigung

Unser Leben ist rasanter geworden in den letzten Jahren und Jahrzehnten. Klar, dass dem irgendwann auch ein notorisch behäbiges Geschöpf wie der Zombie irgendwann Rechnung tragen muss. Spätestens seit 28 Days Later und der Resident Evil-Reihe kann man sich aber auch vor modernden Sprintern nicht mehr sicher fühlen. So intuitiv „clever“ wie in World War Z waren sie aber selten. Quasi mit nie gekannter Schwarmintelligenz – früher war man zwar auch Schwarm, aber selten intelligent – stapeln sie sich notfalls an den Mauern von Jerusalem nach oben, um sich anschließende sturzbachartig durch die Gassen zu ergießen. Entkommen ist nahezu aussichtslos. Nur einem Mann gelingt es selbstverständlich immer wieder. Sein Name ist Gerry Lane, er hat das Gesicht von Brad Pitt und wohl der Einfachheit halber auch noch den polyglotten Lebenswandel und den Familiensinn mit übernommen. Der einstige UN-Ermittler Lane wird in dieser schwärzesten Stunde der Menschheit jedenfalls schnell zum einzig möglichen Retter – natürlich nur um der Familie willen.

Zwischen Südkorea, Israel und Wales versucht er bald in einer globalen Schnitzeljagd dem ominösen Patienten 0 – sprich dem ersten Opfer der Pandemie – auf die Spur zu kommen. Dabei geht natürlich schief, was schiefgehen kann und trotzdem findet der gute Mann immer wieder eine Möglichkeit zur Flucht. Alle anderen Figuren bleiben austauschbares Beiwerk. Deren Tod folglich wenig belastend. Einzig die israelische Soldatin (Daniella Kertesz), der Lane zur Infektionsvermeidung eine Hand abhakt, begleitet ihn länger. Sie ist übrigens nur eines der Beispiele für die zunehmend übertrieben globale Besetzung vieler Blockbuster. Am besten aus jedem Land weltweit noch schnell ein bekanntes Gesicht reingepackt, dann gehen dort doch bestimmt die Menschen noch lieber ins Kino …

Schnitzeljagd mit Zombies

Ordnung

Die haarsträubend chaotischen Zustände, die im Film alsbald den ganzen Planeten überziehen – außer Nordkorea, denn dort hat man allen Einwohnern die Zähne gezogen (keine Zähne, keine Bisswunden, keine Ansteckung … gar nicht dumm eigentlich, wenngleich natürlich klischeehaft brutal) – scheinen sich auch auf die Produktion ausgewirkt zu haben. Reihenweise wurden Drehbuchautoren, Kameramänner und andere Kreative gefeuert, das Budget explodierte, der Dreh zog sich in die Länge, mittendrin wurde das Ende komplett umgeschrieben … herausgekommen ist der wahrscheinlich familienfreundlichste Zombiefilm aller Zeiten, denn Blut sieht man selten genug fließen. Die Massenszenen – vor allem der Einstieg von 0 auf 100 in gefühlten 10 Sekunden – und die rasante Inszenierung halten den Zuschauer durchaus bei Laune, allerdings sollte man sich keine horrortypischen Schocker erwarten. Und erst recht keinen ironischen Unterton.

Gisela Stummer (academicworld.net)

World War Z

Regie: Marc Forster
Darsteller: Brad Pitt, Mireille Enos, Elyes Gabel, Daniella Kertesz, Moritz Bleibtreu

Im Vertrieb von Paramount Home Entertainment seit 7. November auf Blu-ray und DVD im Handel

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