Schlitzohr on Tour

Der Erfolgsroman von Jonas Jonasson verkaufte sich in Millionenauflage in der ganzen Welt. Ab dem 20. März kommt nun die Verfilmung rund um den eigensinnigen Allan Karlsson in die Kinos – kann der Film mit dem Buch mithalten?

Allan Karlsson - ein Rentner mit Faible für Explosives haut ab. © Concorde Filmverleih
Allan Karlsson – ein Rentner mit Faible für Explosives haut ab. © Concorde Filmverleih

Allan Karlsson hat keine Lust auf seine 100. Geburtstagsfeier – statt die extra mit Marzipan überzogene Torte mit seinen Rentnerkollegen zu genießen, steigt er kurzerhand aus dem Fenster und lässt das nervige Leben im Altersheim hinter sich. Im Bahnhof des kleinen Örtchens, das sein Altersheim beherbergt, kauft er nicht nur ein Ticket in das nächste verschlafene Nest, sondern klaut in seiner Dussligkeit gleich noch den Koffer eines Gauners. 

Die Historie der Welt - made by Alan Karlsson. ©
Die Historie der Welt – made by Alan Karlsson. ©

„Es kommt, wie es kommt.“

Der Koffer ist voller Geld und der Ganove samt Bande entsprechend sauer – eine wilde und lustige Jagd beginnt, während der Allan Karlsson auf allerlei interessante Leute trifft. Und auf einen Elefanten. Aber davon lässt er sich nicht beeindrucken – denn immerhin hat er, als das Schlitzohr das er ist, in den letzten 100 Jahren seines Lebens die politische Weltgeschichte mit seiner unnachahmlichen Art und seinem Faible für Explosives mehr als einmal komplett auf den Kopf gestellt … 

Der Dickhäuter und der Alte, eine Freundschaft für den Lebensabend. © Concorde Filmverleih
Der Dickhäuter und der Alte, eine Freundschaft für den Lebensabend. © Concorde Filmverleih


Die Kritik

 … und es ist, wie es ist. Nämlich gut! Wenn ein Buch einen derartigen Erfolg hat, sind die Hürden für eine Verfilmung entsprechend hoch. Die zugrundeliegende Story büßt nichts von ihrer Faszination ein: Die Art, wie so viele vollkommen unterschiedliche Darsteller und Schicksale zusammen gewoben werden und zu einem gemeinsamen Ende finden – das ist wirklich gut umgesetzt. Die gewählten Darsteller passen zu ihren Rollen wie die Faust aufs Auge oder wie das Dynamit in die Atombombe.

Die Situationskomik kommt an – wer im Kino sitzt und sich nicht vor Lachen den Bauch hält, sollte seinen Humor mal in den TÜV geben. Von unfreiwilligen Tänzen mit Franco, dem Wodka mit Stalin, Albert Einsteins wirrem Bruder im Gefängnislager bis zu dem in die Luft gesprengten Fuchs, der Allans Katze auf dem Gewissen hatte – hier ist teils ziemlich schwarze humorvolle Unterhaltung geboten.

Ein kleines Manko sei erwähnt: Manchmal wirkt die Maske des „ganz alten“ Allan etwas zu künstlich. Insgesamt tut das dem Film aber keinen Abbruch und dem ein oder anderen mag er, obschon fiktiv, vielleicht auch als die perfekte Vorlage für die etwas andere Karriere dienen. Es muss nicht immer der Anzugjob sein.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Der 100-Jährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Ab dem 20. März im Kino
Regie: Felix Herngren
Darsteller: Robert Gustafsson, Iwar Wiklander, David Wiberg, Mia Skäringer, Jens Hultén
Im Verleih der Concorde Filmverleih GmbH.

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