„Ruhet in Frieden“ – keine friedliche Ruhe für schwachen Nerven …

Schießereien, Mord und Totschlag – der Alltag auf den Straßen von New Yorks abgelegensten Vierteln … Genau hier spielt sich Liam Neesens abenteuerliche Jagd nach brutalen Serienkillern ab.

von Caroline Adams

 

 

Während seiner Recherchen baut Scudder (Liam Neeson) eine rührende Freundschaft zum Straßenkind „TJ“ (Brian „Astro“ Bradley) auf.

Liam Neeson diesmal als trockener Alkoholiker und Ex-Cop

Der Regisseur und Drehbuchautor Scott Frank verfilme dieses Jahr mit „Walk among the tombstones – Ruhet in Frieden“ eine Geschichte, die auf der Bestseller-Romanreihe von Lawrence Block basiert. Die in New York handelnde Geschichte beschäftigt sich mit dem ehemaligen Polizisten und trockenen Alkoholiker Matthem Scudder (Liam Neeson), der sich als Privatdedektiv und Ermittler ohne Lizenz über Wasser hält. Er quittierte den Dienst freiwillig, nachdem er bei einer Straßenschießerei versehentlich ein kleines Mädchen ins Auge traf und mit diesem Ereignis nicht fertig wurde. 

Der reiche Heroinschmuggler Kenny (Dan Stevens) nimmt Kontakt zu Scudder auf und macht ihm ein Angebot. Nach erstem Zögern sagt er dem Drogendealer zu, dessen Frau  entführt, misshandelt und schließlich getötet wurde. Scudder soll Kenny die Mörder seiner Frau ausliefern. Das zugesendete Tonband von der Vergewaltigung lässt erstmals die kranken Vorgehensweisen der Mörder durchschimmern. 

Sensible Seiten

Liam Neeson, der in dem französischen Actionthriller „96 hours – Taken“ ebenfalls einen ehemaligen Ermittler spielt, verkörpert überzeugend den bedacht und souverän agierenden Scudder.

Auf der Suche nach Gerechtigkeit kennt er keine Grenzen und setzt sogar sein eigenes Leben öfters auf Spiel. Während seiner Recherchen baut er eine rührende Freundschaft zum Straßenkind „TJ“  (Brian „Astro“ Bradley) auf, der Scudders Arbeit als spannend empfindet und ihn gerne als Partner unterstützen würde. So entsteht nahezu eine Vater- Kind Beziehung, die ihren Höhepunkt findet, als Scudder den kranken TJ nach einer Schlägerei im Krankenhaus besucht und ihm neue Schuhe schenkt. Diese emotionale Nebenhandlung scheint im Kontrast zur Haupthandlung, die von Brutalität und Grausamkeit geprägt ist, zu stehen. 

Scudder übernimmt den zweiten Auftrag.

Ungerechter Deal

Scudders Ermittlungen zeigen schnell, dass die Täter bereits mehrere Ehemänner erpresst und deren Frauen brutal ermordet haben. Auf der Suche nach den Serienmördern stößt er auf mehrere Fälle, bei denen nur Überreste der Frauen aufgefunden worden sind. Die typische Vorgehensweise besteht darin, erst eine bestimmte Summe Geld zu fordern, die Ehefrauen zu misshandeln, Extremitäten abzuschneiden und schließlich den Ehemännern die übrigen Körperteile zuzuschicken.

Währenddessen erfährt man, dass die Mörder bereits ihr nächstes Opfer im Visier haben: Die zierliche Tochter eines reichen Unternehmers. Dieser schaltet nach der Entführung Scudder ein, der erstmals direkten Kontakt zu den Mördern aufnimmt und versucht, einen klaren Deal zu vereinbaren:  Sie erhalten nur dann die erwünschte Summe Geld, wenn das Mädchen lebendig vor ihnen steht. Jedoch stellt sich später heraus, dass sich die Entführer nur teilweise daran hielten …

Harte Kost, aber gute harte Kost

Bereits vor zehn Jahren plante Regisseur Frank Scott die Verfilmung des Romanstoffes, nach etlichen Darstellerwechseln fand das Projekt nun ein erfolgreiches Ende und der Film den Weg in die Kinos. Dort erwartet den Zuschauer wirklich harte Kost. Ob die ausführliche Darstellung der Gewaltexzesse nun wirklich nötig oder nur effektheischend ist, darüber lässt sich sicher geteilter Meinung sein. Nicht jedoch, was die Qualität des Streifens an sich angeht. Die Kombination aus Action und Horror – eine neue im Repertoire von Liam Neeson – vor der düsteren Kulisse der heruntergekommenen New Yorker Stadtteile ist ein sehr sehenswertes Gesamtkonzept.


A Walk among the tombstones – Ruhet in Frieden

Regie: Scott Frank
Mit Liam Neeson, Dan Stevens, David Harbour, Boyd Holbrook

Kinostart: 13. November 2014
Im Verleih von Universum Film 

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