Roger Rosenblatt: An jedem neuen Morgen

Ein Buch, das nicht nur den emotionalen Leser berühren wird.

Buchcover: Roger Rosenblatt – An jedem neuen Morgen 

Kinder

Es gibt so vieles, was Kinder mögen und nicht mögen, was sich ändern kann und sollte und vor allen Dingen besteht keine Einigkeit darüber, wie man Kinder richtig erzieht. Roger Rosenblatt und seine Frau Ginny sehen sich mit der Aufgabe konfrontiert, ihren Schwiegersohn zu unterstützen, als ihre Tochter Amy an einem seltenen Aneurysma im Kopf stirbt. Amy hinterlässt drei kleine Kinder im Alter von 20 Monaten bis zum Grundschulalter. Ihr Ehemann Harris organisiert fortan seinen Job, den Alltag mit den Kindern und ist froh, in seinen Schwiegereltern geduldige Unterstützer zu finden.

Erwachsene

Rosenblatt überrascht mich. Das Buch hatte ich mir träge, traurig und ziemlich gefühlsstark vorgestellt. Stattdessen setzt Rosenblatt lieber auf wirkliche Alltagsepisoden, auch mal Lacher und Schönes sowie die Trauerverarbeitung. Ich habe mich zu keiner Zeit schlecht gefühlt, dass ich noch eine komplette Familie habe, sondern war überrascht, wie er mit dem schweren Verlust umgeht. Mich hat gerührt, wie viele Leute Anteil nehmen und durch Kleinigkeiten den Verlust aufwerten und dadurch posthum Amy noch Gutes tun. Das muss noch nicht einmal ein Geschenk oder dergleichen sein, sondern einfach Worte, die lindernd wirken.

Rosenblatt schreibt viel, was ihn wirklich beschäftigt und hängt sich nicht an philosophischen Phrasen fest, was mit Amys Körper nun geschieht, ob Himmel, Hölle oder Fegefeuer bzw. Zwischenwelt. Das macht das Buch angenehm, kurzweilig, aber doch beeindruckend.

Wenn die Familie zu Patienten wird…

Amy war vor ihrem Tod Ärztin, die sich aber sehr viel Zeit für ihre Kinder als auch für ihre Patienten genommen hat. Mich beeindruckt, wie sehr eine einzige Person eine ganze Gemeinde prägen, unterstützen und führen kann.

Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, in fünf Jahren eine Fortsetzung von diesem Buch zu lesen, um zu sehen, wie die Familie und vor allen Dingen, Harris den Todesfall verarbeitet hat. Vor allen Dingen frage ich mich, wie man Amy als Ehefrau und Mutter ersetzen kann.

Roger Rosenblatt schreibt am Ende des Buches: „Wir hoffen, dass Harris eine neue Partnerin findet. Und wir sind sicher, dass er eine gute Entscheidung treffen wird.“

Das drückt die tiefe Verbundenheit auch zu angeheirateten Verwandten aus, was die Rosenblatts in der Familie besonders groß schreiben.

Fazit: Ein gelungenes Buch über einen Schicksalsschlag, der eine Welt aus den Angeln gerissen hat.

(Natascha Uka, academicworld-userin)


200 Seiten
Ullstein Verlag (März 2011)
Preis: € 16,99


Stand: August 2011

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