Rezension zu Joy Fielding: Das Verhängnis

Die Geschichte beginnt mit einem harmlosen Flaschengeist-Witz, den ein Mann seinen beiden Begleitern abends in einer Kneipe erzählt. Erst als die Gruppe eine junge attraktive Frau am Nebentisch entdeckt, die dort alleine ihren Martini trinkt, nimmt das verhängnisvolle Schicksal seinen Lauf. Die Männer schließen eine Wette, wem es zuerst gelingt, die Unbekannte zu verführen- dem draufgängerischen gutaussehenden Jeff, seinem schüchternen intelligenten Bruder Will oder Jeffs unkontrolliertem prahlerischen Freund Tom.

Wer spielt mit Wem?

Die Überraschung von Jeff und Tom ist zunächst groß, als sich die Frau namens Suzy Bigelow für den zurückhaltenden Will entscheidet. Während sich dieser langsam an die neue Bekanntschaft herantastet, wird bei den beiden anderen der Neid auf die Errungenschaft des Konkurrenten immer größer. Als dann auch noch Suzys gewalttätiger und eifersüchtiger Ehemann Dave auftaucht und Tom von seiner Ehefrau verlassen wird, entwickelt sich ein regelrechter Hahnenkampf um Suzy. Jeder der Männer möchte sie erobern und beschützen. Dabei fragt sich der Leser nach einiger Zeit, welcher der Protagonisten hier in Wahrheit die Fäden in der Hand hält.

Spannung ohne Blutvergießen

Wer sich einen typischen Thriller mit vielen Toten erwartet, der wird enttäuscht. Fielding konzentriert sich in ihrem Roman diesmal vor allem auf die Beschreibung  zwischenmenschlicher Beziehungen und wie diese durcheinander geraten können, wenn die Liebe ins Spiel kommt. Einerseits gelingt es ihr dabei durchaus Spannung aufzubauen, da das drohende Unheil ständig über den Freunden schwebt. Der Leser muss sich fragen, welcher der Rivalen den Kampf um die Gunst von Suzy gewinnen wird und zu welchem Preis.

Andererseits wirkt die Erzählung an manchen Stellen leider etwas langatmig. Zwar sorgen die zahlreichen Perspektivenwechsel für einen Spannungsaufbau, aber nach einiger Zeit wirken sie genauso ermüdend, da man das Gefühl bekommt, es passiert nicht wirklich viel. Das Ende hätte somit ruhig früher kommen können.

Lediglich ganz am Schluss erwartet den Leser eine überraschende, leider aber auch etwas konstruierte Auflösung.

416 Seiten
Goldmann Verlag (September 2010)
19,99 Euro


Stand Februar 2011

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