Recht oder Gerechtigkeit

Ein Mann fordert Gerechtigkeit und sein Recht: Michael Kohlhaas steht auf gegen die Lehnsherren und ihre Willkür. Voller Zorn gegen die ungerechte Obrigkeit begibt er sich gemeinsam mit seinen Getreuen und Rebellen aus der Bevölkerung auf einen Feldzug gegen die Herrschenden und hält das Land in Atem. Seit 28. März gibt es Arnaud des Pallières Verfilmung der Novelle von Heinrich von Kleist auf DVD und Blu-ray.

Recht oder Gerechtigkeit
© 2013 polyband Medien GmbH

Zwischen Zivilisation und Anarchie 

Eben noch ein geregeltes Leben im Rahmen aller Gesetze und Konventionen, schon einer der „rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit“: Michael Kohlhaas. Die politische Parabel über einen gegen übermächtige Umstände um sein Recht kämpfenden Rosshändler im 16. Jahrhundert hat Regisseur Arnaud des Pallières in ganz neuer Radikalität auf modernes Kinoformat gebracht. So hat es Mads Mikkelsen als Kohlhaas in die Cevennen, eine raue Gebirgslandschaft tief im Süden Frankreichs verschlagen. Aber zurück zur Geschichte.

Ein Mann (Mikkelsen) wird an einer Zollschranke von einem geheimnisvollen Baron (Swann Arlaud) um zwei wertvolle Pferde gebracht, kann dabei nicht glauben, dass Recht und Gerechtigkeit ihm nicht beistehen gegen die bzw. den Mächtigen und nimmt das mit der Justiz kurzerhand selbst in selbige. Allerdings erst nachdem seine Frau Judith (Delphine Chuillot) damit scheitert, sich bei der Prinzessin (Roxane Duran) für ihn zu verwenden, dabei sogar tödlich verletzt wird. Kohlhaas bringt Tochter Lisbeth (Mélusine Mayence) in Sicherheit, baut eine Streitmacht auf und beginnt den Baron zu jagen, um mit viel Blutvergießen Recht und Rache zu erlangen. Dass er selbst dabei immer mehr zum ungerechten Wahnsinnigen wird, nimmt er kaum noch war. 

Recht oder Gerechtigkeit

Die Handlung selbst kommt hier in der Inszenierung und Kameraführung dann fast schon als europäischer Western daher. Und das funktioniert hier tatsächlich ganz gut. Zumindest optisch. Die Wucht der Erzählung bleibt bei dieser langsamen Erzählweise, die so sehr der dichten und rasanten Taktung Kleists wiederspricht, leider auf der Strecke, irgendwo zwischen all den schönen Bildern. Kann man sich gut ansehen. Will man beeindruckt oder überwältigt werden, dann greift man besser trotzdem zum gedruckten Werk.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Michael Kohlhaas

Regie: Arnaud des Pallières
Darsteller: Mads Mikkelsen, Mélusine Mayance, Delphine Chuillot, David Kross, Bruno Ganz, Denis Lavant, Roxane Duran, David Bennent

Im Vertrieb von Polyband/WVG auf Blu-ray und DVD

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