Poststreik adé, neue DVDs jucheeee!

Der Streik der gelben Päckchen-Engel ist endgültig vorbei. Leider war er so lang, dass ihr die wichtigsten DVD-News von uns verpassen musstet – aber Amazon-Päckchen kamen ja sowieso nicht an. Damit ihr euch jetzt wieder ein Bild von den aktuellen Releases machen könnt, hier drei frische Kritiken!

MOB CITY
Vertrieb: polyband GmbH

Die nicht so guten, alten Zeiten sind wieder da! In der Kurzserie MOB CITY spielt – Überraschung – nicht in Chicago, sondern während der 1940er in Los Angeles. In sechs Folgen erleben wir den beispiellosen Aufstieg der Mafia in diesen prä-Online Zeiten zu einer unfassbaren Organisation: grausam, brutal, fürsorglich, psychopathisch und verwirrend. In Europa toobt der zweite Weltkrieg, daheim kämpfen die Amerikaner gegen ihresgleichen. Mittendrin: Der Ex-Soldat Jpe Teague, der jetzt als Polizist ins Visier der Mafia gerät. Doch welches Spiel spielt er? Das ist niemandem so ganz klar. Erst wirkt er wie ein aufrechter Cop, ein Ex-Marine mit Semper Fi auf der Stirn geschrieben. Dann ermordet er plötzlich einen Unschuldigen, lässt aber das Geld nicht verschwinden sondern gibt es dem Mafia-Boss zurück. Die verruchte Frauenperson darf natürlich nicht fehlen: Die Freundin des unschuldigen Opfers, die Ex-Frau von Joe. Die Verwirrung? Ist komplett.

Die Kurzkritik

Leider schafft MOB CITY es nicht, den Zuschauer gefangen zu nehmen. Da man nicht in den Genuss kommt, den Plott schnell zu verstehen, verliert man das Interesse – denn über sechs Folgen sollte das etwas flotter gehen. So ziehen sich die ersten Folgen quasi endlos, als wären eigentlich mehr Folgen geplant gewesen. Das hätte sicherlich hilfreich sein können, ist aber eben nicht so gekommen. Flache Spannungskurve, wenig faszinierende CHaraktere. Allein Milo Ventimiglio beeindruckt wirklich, er scheint für die Art Serie wirklich wie gemacht – eine echte Weiterentwicklung seit Heroes und Gilmore Girls. Das FSK 18 ist nicht ganz nachvollziehbarer, da ist jeder Film von Mission schlimmer. Eine Frage bleibt: Warum wirbt man mit einem Wendecover, wenn die DVD-Box undurchsichtig schwarz ist? Mysteriös …

Seit dem 2. Juli als DVD und BluRay im Handel.

ORANGE IS THE NEW BLACK, Staffel 2
Vertrieb: Studiocanal

Das Gute vorab: OITNB wird erwachsen!
… und jetzt zur Warnung: ACHTUNG, Spoiler!

Am Ende der ersten Staffel wollte Pensatucky Piper ermorden – und der Gefängniswärter Sam Healy billigte es. Dann hat sich unser Blondie aber so gewehrt, dass man nun vermuten könnte, Pensatucky sei die Ermordete … Was nicht so ist, doch das weiß Piper erst mal nicht. Stattdessen wird sie ohne weitere Information von einem Gefängnis in das nächste verfrachtet, findet sich plötzlich auf der dringenden Suche nach Ungeziefer und steht plötzlich mit offenem Mund vor Alex, die sie vor Gericht erneut verraten hat. Das Ende für Piper? Mitnichten, sie fährt jetzt erst richtig hoch! Kapitalismusorientiertes Gewinnstreben in unmöglichen Situationen? Klar, Piper schafft es, ein florierendes Geschäft aufzubauen, trifft dabei aber auf diese Neue …

Die Kritik

Die Serie kratzt die Kurve nach dieser komischen Kampfszene der ersten Staffel. Die war so unfassbar unglaubwürdig! Dafür legen hier alle einen dicken Zahn zu: Piper eckt nicht mehr als das verwöhnte Blondchen an. Sie macht das beste aus einer vertrackten Situation und baut sich ein Zuhause. Sie wird rücksichtslos, härter, verliebt sich trotzdem wieder hoffnungslos und arrangiert sich mit dem Unausweichlichen: Vom Handjob bis zum weißen Tattoo ist alles dabei. Die Serie macht richtig Spaß, sie nimmt mit, sie lässt euch lachen und macht euch nachdenklich – ohne, dass es zu einem möchtegern Indie-Film verkommt. Eine deutliche Steigerung zur ersten Staffel!

Seit dem 2. Juli als DVD und BluRay im Handel

THE IMITATION GAME
Vertrieb: Universum Film/ square 1

Alan Turing, mathematisches Genie. Adolf Hitler, der wohl größte Massenmörder aller Zeiten. Letzterer hat einen Krieg begonnen ohnesgleichen. Zweiterer könnte derjenige sein, der ihn entscheidet – nicht auf dem Schlachtfeld, nicht von einem Panzer aus. Sondern dadurch, dass er Enigma entschlüsselt, jene sagenhafte Codierungsmaschine, die aus allen Maschbefehlen der Deutschen ein unverständliches Kauderwelsch macht. Ein Problem, das mathematisch zu lösen ist und Alan Turing springt mittenhinein. Auch wenn es ihm mehr Aufmerksamkeit bringt, als ihm lieb sein sollte, denn wer die Gesellschaft von Männern bervorzugt, macht sich nach damaligen Standards strafbar. Und nicht jeder ist ihm und seinem Enigma-Vorhaben wohlgesonnen …

Die Kritik

Acht Oscar Nominierungen sprechen für sich – selbst die Zuschauer, die Keira Knightley eigentlich nicht mögen, können sich getrost diesem Film widmen. Sie stellt nicht ihren Charakter in den Vordergrund, sondern die Geschichte, die sie mit erzählt. Es ist weniger WW2-britisch patriotisch als eine wirklich interessante Geschichte. Es ist ein europäischer Film, kein klassisches Hollywood, das merkt man deutlich.

Es geht nicht so sehr um große Heldentaten eines Krieges, als um eine Skizze der Gesellschaft und eines großen Intellekts, der zu ihr gehört, aber auch so gar nicht. Ein bisschen Kritischer hätte der Film wohl sein können, aber auch so trumpfen Knightley und Cumberbatch mit einer Leistung auf, die es selten genug gibt. Für THE IMITATION GAME gibt es eine absolute anschau-Empfehlung!

Seit dem 26. Juni als DVD und BluRay im Handel.

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