Plattenkritik in Kürze

Wozu immer ausführlichst diskutieren, wenn ein Urteil manchmal wirklich schnell und trotzdem begründet gefällt werden kann: Das neue Album von Lenka und das von Guy Sebastian im Check. Gegensätzlicher könnten die Ergebnisse nicht sein …

Lenka: „The Bright Side“ (Sony Music)

Das ganze Album besteht aus dem typischen Lenka Sound, den man auch als „Püppchen-Popmusik“ bezeichnen kann. Das liegt zum einen an der der immerwährend leichten und hohen Stimme von Lenka. Mit der arbeitet sie als Sängerin überraschend wenig und bringt damit keine Vielfalt in die einzelnen Lieder. Zum anderen ist für sie auch typisch, dass überproportional viele Glöckchen im Hintergrund klingeln, die Texte leicht sind und der Sound insgesamt locker-flockig, sommerlich leicht und soft. Sogar Songs mit der Message „Ich habe einen Knall und das ist gut so“ geraten zu schlaffen Vertretern ihrer eigentlich rebellischen Zunft.

Leider ist das Resultat, dass viele der Lieder extrem gleich klingen und das Album damit keinen besonderen Hit birgt. Einzig „go deeper“ und „heartsbrighter“ liegen etwas tiefer im Ton und sind kein „ich bin so glücklich“-Titel, sondern eher melancholisch. Insgesamt bleibt aber nichts anderes zu sagen, als: Kein wertvolles Album, keine Spannung, keine Überraschung. Ein Album, das einfach keinen Spaß macht. Ist es vielleicht einfach lockere Sommermusik? Das ist Ansichtssache, aber eigentlich versorgen die Radiosender den geneigten Zuhörer mit genug flacher Musik. Es bleibt dabei: Keine Empfehlung!

Das ganze Gegenteil ist Guy Sebastians neues Album „Madness“.

Das Erste, das großflächiger von Guy Sebastian bekannt wurde, ist der Track „Mama Ain’t Proud“. Die gute Nachricht: Ist auch auf Madness noch enthalten! Ein bisschen Pop, ein bisschen Soul, ein bisschen Hip und noch etwas Hop und in Ansätzen ein bisschen Rock, ein bisschen Megaparty, ein bisschen super traurig – Madness macht seinem Namen alle Ehre und durchlebt alle emotionalen Ausprägungen des menschlichen Lebens.

Außerdem mit 14 Tracks ein großzügiges Album. Musik, die man bedenkenlos auf einer Party spielen und dazu herrlich nett abspacken oder die Nacht durchchillen kann. Neben den verschiedenen Stimmungslagen spielt Guy [und sein Produktionsteam dahinter;) ]mit den Instrumenten und elektronischen Elementen, sodass jeder einzelne Track einen ganz eigenen Klang bekommt. Wie heißt es so schön? „Es erhöht den Wiedererkennungswert“ – in anderen Worten: Hier hat sich jemand richtig Mühe gemacht, nutzt viele Klangfacetten und erschafft eine genial umfangreiche Vielfalt. Die langweilt so gar nicht, macht Spaß und lässt sich immer und immer wieder super gut anhören. Hier lässt sich nur noch sagen: Absolute Empfehlung! Außer, ihr seid Metal-Liebhaber, versteht sich ^^

Guy Sebastian: „Madness“ (Sony Music)

Bettina Riedel (academicworld.net)

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