Die Lage ist ernst

Dunkle Gerüchte ranken sich um die Templerkirche von Garway – da darf die Exorzistin Merrily Watkins nicht fehlen. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf Schreckliches. Laut „The Times“ das bisher beste Buch von Phil Rickman.

Rezension Academicworld

Merrily Watkins hat neben ihrem Amt als Pfarrerin auch das Amt für spirituelle Grenzfragen inne. Als Handwerker beim Umbau des alten Meisterhauses neben der Templerkirche in Garway eigentümliche Dinge erleben, wird Merrily hinzugerufen. Doch sie ist sich nicht sicher, wie ernst sie Fuchsia’s Geschichte über ihr Erlebnis im Meisterhaus nehmen kann. Denn Fuchsia liest leidenschaftlich gerne Geistergeschichten … Merrily stellt dennoch Nachforschungen an und erkennt bald, dass einige Menschen bereits früher mit diesem Haus Probleme hatten – eine geheimnisvolle Vergangenheit umgibt das Haus und eine jahrhundertealte Familienfehde.

Die Lage ist ernst

Zwei Todesfälle verdeutlichen den Ernst der Lage – doch worum genau es geht, weiß niemand … Merrily begibt sich auf Spurensuche, bei der sie aufpassen muss, nicht in einem undurchschaubaren Netz aus  Mysterie, Verschwörungen und Misstrauen zu versinken …

Es geht mysteriös zu

Mein erster Roman von Phil Rickman und somit auch mein erster Roman aus der Merrily-Watkins-Serie. Mysteriös geht es zu – Menschen sehen unerklärliche Dinge, Morde geschehen, und die Pfarrerin Merrily hat alle Hände voll zu tun, sich durch eine Welt aus Ablehnung, Misstrauen und Verschwiegenheit zu kämpfen. Die Geschichte und Vergangenheit der Tempelritter nimmt dabei einen wesentlichen Teil ein – durch Merrily, die bei ihren Nachforschungen immer tiefer in die Welt des Ordens eintritt, erhält der Leser interessante Informationen über dessen geheimnisvolles Wissen, Ziele, Aufgaben und ihre Vorgehensweise. Dabei wird recht deutlich herausgestellt, woher das jeweilige Wissen stammt – ob es sich um Vermutungen, Vorurteile oder nachgewiesene Fakten handelt. Das ist sehr informativ und lehrreich, allerdings auf eine sehr unterhaltsame und spannende Weise. 

Mysterie, Geheimnisse

Phil Rickman gelingt es, von Anfang an Spannung aufzubauen, die den Leser an der mystischen Stimmung des Buches teilhaben lässt. Dabei wird klar, dass die meisten Menschen Merrily und ihrem Exorzismus mehr als nur skeptisch gegenüberstehen. Kein Wunder, schließlich befindet man sich hier in einem Grenzgebiet zwischen Glauben und Sehen und nicht jeder kann damit etwas anfangen – weder im wirklichen Leben wie auch im Roman. Und die Familienfehde, die seit einigen Jahrhunderten auf dem Haus lastet, trägt nicht gerade dazu bei, alles in einem helleren Licht erscheinen zu lassen. Alles ist sehr geheimnisvoll und undurchsichtig …

Holpriger Einstieg

Zugegebenermaßen fiel mir der Einstieg – als Nichtkenner der vorherigen Bände dieser Serie – in die Geschichte und ihrer Personen, wie zum Beispiel in den Charakter der Pfarrerin Merrily und ihrer Tochter, beziehungsweise in die Hintergründe ein wenig schwer und ich fürchtete schon, dass ich dadurch an der tatsächlichen Handlung „vorbeilese“. Aber dem war nicht so: nach zirka 50 Seiten wurden mir die Personen immer vertrauter, sodass ich nun auch am persönlichen Schicksal und Lebenslauf der Pfarrerin und Spezialistin für spirituelle Grenzfragen und ihrer Familie teilhaben konnte. Somit kann ich dieses Buch auch allen interessierten Lesern ans Herz legen, die bisher noch keinen Roman aus der Merrily-Watkins-Mysterie-Reihe gelesen haben. Und das sind bisher immerhin acht Romane – die ich persönlich auf meine Wunschliste setzen werde.

Fazit: Tempelritter, Familienfehde, Verschwörung und der eindringliche – die Atmosphäre unterstützende Schreibstil – sorgen dafür, dass dieser Mystery-Roman zum wahren Lese-Erlebnis wird. Es hat mich auf spannende, mystische Weise unterhalten und gleichzeitig dazu beigetragen, mein Wissen über den Orden der Tempelritter zu erweitern.

Birgit Theis (Academicworld-Userin)

Phil Rickman. Das Gespinst des Bösen
9,99 Euro. rororo Taschenbuch

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