Petra Oelker: Die Nacht des Schierlings

Eine Wanderkomödiantin und ein Mord 

Konditormeister Bruno Hofmann wird tot im Fleet gefunden. Zunächst sieht alles aus wie ein Unfall, immerhin war Hofmann sturzbetrunken, da kann man schon mal von der Brücke stürzen. Dann aber steht ziemlich schnell fest- er muss ermordet worden sein. Doch es gibt ebenso viele mögliche Täter wie Motive, denn Hofmann, der aus dem nahe gelegenen Bergdorf stammt und vor nicht langer Zeit die Witwe Magda heiratete, war in Hamburg von Vielen nicht gerne gesehen. Somit begeben sich Weddemeister Wagner und die frühere Wanderkomödiantin, nun sesshafte Rosina Vinstedt, in die verschiedensten Ecken der Stadt, um den Mörder zu finden. Doch verdächtigt werden unter anderem Claes Herrmanns, ein angesehener Großkaufmann, zu dessen Familie Rosina Freundschaften pflegt, und der stumme Akrobat Muto, der für Rosina fast wie ein kleiner Bruder ist.

Vielfalt des 18. Jahrhunderts

Die erfolgreiche Hamburg-Reihe von Petra Oelker feiert mit ?Die Nacht des Schierlings? sein zehntes Jubiläum. Erneut wird der Leser auf eine Reise nach Hamburg ins 18. Jahrhundert mitgenommen, wo er die verschiedensten Menschen der damaligen Zeit kennen lernt. Es gibt das einfache Volk, die Wanderkomödianten und die Kaufleute. Besonders das Leben der Komödianten, Kaufmänner, Konditoren und Apothekern wird ausführlich beschrieben.

Spannende vielfältige Handlung

Auf den ersten Seiten des Romans findet sich ein Personenregister, welches nicht nur überaus praktisch, sondern auch notwendig ist. Die vielen Personen, die in der Handlung vorkommen, sind auf den ersten 100 Seiten nur schwer auseinander zu halten. Die Handlung springt innerhalb der Kapitel von einem Ort zum anderen und gibt dabei Einblick auf das Leben der verschiedensten Personen, so dass es schwer ist, die Übersicht zu behalten. Nachdem der Leser die Personen näher kennen gelernt hat, ist diese Erzählform jedoch ein Genuss, man darf überall Mäuschen spielen und erfährt nicht  nur die Sichtweise einer Person.

Fazit

Die Kriminalhandlung steht leider ein bisschen im Hintergrund und so wird der Fall am Ende des Romans zu schnell aufgelöst. Auch ist es dem Leser kaum möglich, selbst zu ermitteln und zu raten. Dennoch, für Leser, die sich für das Leben in einer florierenden Stadt im 18. Jahrhundert interessieren, ist dieser Roman eine gute Wahl.

476 Seiten
rororo, 2. Auflage (1. Oktober 2010)
9,95 Euro


Stand Februar 2011

Share.