Peter Grant, Polizist und Zauberlehrling

Ben Aaronovitch hat in seinem „Die Flüße von London“ ein „bezauberndes“ Gedankenexperiment in Buchform gebracht. Ein absoluter Lesetipp für alle Fans des schwarzen, schrägen, bissigen britischen Humors.

Das "ruhige" Leben als Bobby ist für Peter vorbei. Bild: Herbert Dazo/pixelio.de

Das „ruhige“ Leben als Bobby ist für Peter vorbei. Bild: Herbert Dazo/pixelio.de

Held wieder Willen

Eigentlich ist Peter Grant gerne Polizist. Leider lässt er sich immer viel zu sehr von Nebensächlichkeiten ablenken, meint sein Chef und will ihn deshalb einer langweiligen den Papierkram erledigenden Büroeinheit zuordnen. Doch es soll anderes kommen und langweilig wird zum Fremdwort für den jungen dunkelhäutigen Constable aus London.

Er ist ein wenig verknallt in seine Kollegin Lesley, macht sich Sorgen um die Eltern (sein Vater ist langzeitdrogenabhängiger Jazz-Musiker), hat so seine Probleme mit den Vorgesetzten, trinkt gerne mal ein Bier und schaut Fußball. Soweit alles ganz normal.

Covent Garden ist der Ort des ersten Verbrechens. Bild: Rolf Handke/pixelio.de

Covent Garden ist der Ort des ersten Verbrechens. Bild: Rolf Handke/pixelio.de

Da wird am Covent Garden eine enthauptete Leiche gefunden. Peter und Lesley sollen den Tatort bis zum Morgen absichern. Gerade als die hübsche Kollegin Kaffee holen geht, gibt sich ein ungewöhnlicher Zeuge zu erkennen: Ein Geist! Der bringt Peter jede Menge Ärger, aber auch die Chance auf einen spannenderen, wenngleich gefährlicheren Job. Er wird dem Sonderling Nightingale unterstellt – der aktuell einzige Zauberer in Diensten der Londoner Polizei. Entgegen eines alten Abkommens darf er in der aktuellen Gefahrensituation – grundlos agressiv gewordene Menschen sterben in nicht geringer Zahl – erstmals seit 50 Jahren einen Lehrling aufnehmen. Peter. Der hat bald mit Flussgöttern, Vampiren und wildgewordenen Geistern zu kämpfen. Und dann erst noch der ganze Papierkram!

Nichts für Realisten

Herrlich skurril und durchgeknallt ist Aaronovitchs Erzählung aus dem Leben eines modernen Zauberlehrlings. Wenngleich in der Übersetzung viel Wortwitz auf der Strecke bleibt ist sein Buch auch im deutschen ein launiger Zeitvertreib – freilich nicht für die ganz Zartbesaiteten oder die strengen Realisten. Ein gewisser Hang zur Albernheit und zum alltäglichen Phantasieren dürfte den Fans des Buches wohl zu eigen sein.

Ben Aaronovitch: Die Flüße von London

Spannend, spaßig und skurril. Wen dass nicht zur Lektüre greifen lässt, der ist hier ohnehin falsch. Alle anderen werden einen Heidenspaß mit Peter Grants erstem Abenteuer haben.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Ben Aaronovitch. Die Flüsse von London
9,95 Euro. Deutscher Taschenbuch Verlag


Stand: Winter 2012
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