Nichts zu verlieren

Wrestling-Superstar Dave Bautista, von seinen Fans liebevoll „The Animal“ genannt, führt in HOUSE OF THE RISING SUN einen aussichtslosen Kampf. Seit dem 16. Februar 2012 ist der Cop-Thriller im Handel auf DVD und Blu-Ray erhältlich.

Ohne Perspektive

Ray (Dave Bautista) hat sein Leben so richtig in den Sand gesetzt. Als korrupter Cop überführt, muss er sich seinen Lebensunterhalt, nachdem er eine fünfjährige Gefängnisstrafe abgesessen hat, als Türsteher in einem zwielichtigen Etablissement verdienen. Als der Laden jedoch überfallen und der Sohn des Besitzers dabei erschossen wird, wird Ray dafür verantwortlich gemacht. Es liegt nun an ihm seine Unschuld zu beweisen und die wahren Täter zu überführen. Doch die Zeit läuft erbarmungslos gegen ihn. Immer mehr Leichen tauchen plötzlich auf – und alles Spuren führen zu Ray…

The Animal dreht auf

Die Polizei und die Gangster, die hinter dem Nachtclub stehen, heften sich ihm an die Fersen und würden Ray am liebsten tot oder hinter Gittern sehen. Nur seine Ex-Freundin Jenny (Amy Smart), die ihn verlassen hatte als er ins Gefängnis musste, steht hinter ihm. Bald schon wird Ray klar, dass er nur als Bauernopfer dienen soll. Wer Bautista aber im Ring kennt weiss – mit „The Animal“ legt man sich besser nicht an …

Genrewechsel

Nach Hulk Hogan, Dwayne „The Rock“ Johnson und John Cena versucht sich jetzt mit Dave Bautista ein weiterer absoluter Wrestlingstar als Schauspieler. Allerdings gelingt es auch Bautista in diesem Film nur selten, in dieser Rolle richtig zu überzeugen. Zu eindimensional wird die Figur des korrupten Ex-Cops Ray von Regisseur Brian A. Miller gezeichnet.

Wenig Tiefgang

Es sagt viel über den Tiefgang des Charakters Ray aus, wenn Bautista für seine Darstellung 84 Minuten lang nur einen Gesichtsausdruck benötigt. Man stellt aber auch durchaus fest, dass es einen Unterschied macht, ob er sich im Ring inszeniert oder auf der Leinwand. Nur vereinzelt, in erster Linie, wenn Bautista ohne Hemd erscheint, kann man erahnen, wie es ihm im Ring regelmäßig gelingt die Massen zu begeistern. Diese Rolle des Wrestlers ist auf ihn zugeschnitten. Die Rolle des Ray dagegen nicht unbedingt. Dafür verkörpert Danny Trejo wie so oft sehr überzeugend den Gangsterboss Carlos. Leider hat er im Film nur einen relativ kurzen Auftritt. 

Dünne Beweisführung

House of the Rising Sun liefert aber durchaus gute Unterhaltung und Action. Es ist recht amüsant mit anzuschauen, wie sich Ray immer weiter ins Aus manövriert. Allerdings ist das nicht immer wirklich glaubwürdig umgesetzt. Vor allem war mir nicht klar, wie es Ray mit seiner dünnen Beweisführung tatsächlich gelingen konnte, irgendjemand von dem zu überzeugen, was er vorzubringen hat. Vieles wirkt sehr zufällig oder zumindest recht konstruiert. Dazu enden jegliche Auseinandersetzungen in der Regel mit dem Tod aller Beteiligten – bis auf den Hauptdarsteller versteht sich. Ein bisschen weniger Dramatik wäre auch völlig in Ordnung gewesen.
 

Ungewohnte Schwächen

Wer Bautista aus seinen Auftritten als Batista im Wrestling-Ring kennt, wird irritiert sein, wie viel er in der Rolle des Ray plötzlich einstecken muss. Nur vereinzelt lässt er die Skills aufzeigen, die ihn sonst so auszeichnen. Leider kommen die Actionszenen insgesamt etwas kurz im Film. Statt der Schießereien mit den vielen Toten, hätte ich mir mehr Action im Stil eine Wrestlingfights gewünscht. Am Ende wird man allerdings doch noch versöhnt, wenn Ray den gefürchteten Spear bei seinem Gegenüber Toni anbringt.   

Fazit: Ein solider Cop-Thriller, der gut unterhält. Für Fans von „The Animal“ ein Muss.

Thomas Hepp (academicworld-User)

HOUSE OF THE RISING SUN – Nichts zu verlieren

Regie: Brian A. Miller

Darsteller: Dave Bautista, Danny Trejo, Amy Smart

Sunfilm Entertainment      

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