Nicht nur der Anfang ist Hölle

Riley Blackthorne, die junge Dämonenfängerin ist zurück. Schon in Band 1 (Aller Anfang ist Hölle) war ihr Leben ein einziges Chaos. Und es wird nur schlimmer: Dämonen, gefallene Engel, Nekromanten, Krediteintreiber, vom Vatikan entsandte Dämonenjäger, ja sogar Simon, ihr Freund – alle scheinen es auf Riley abgesehen zu haben. War der Pakt mit den himmlischen Mächten eine noch schlechtere Idee als sie ohnehin dachte?

Nicht nur der Anfang ist Hölle

Zufluchtsort Friedhof

Das Leben im Atlanta des Jahres 2018 ist kein Zuckerschlecken, selbst für Normalsterbliche. Riley Blackthorne hat es aber noch deutlich schwerer. Vor kurzem ist ihr geliebter Vater, der Meister-Dämonenfänger, von einem fiesen 5er (ein hochrangiger Dämon, der die Elemente beherrscht) umgebracht worden. Der ist nun auch hinter ihr her. Keine Zeit zum Ausruhen also. Schließlich muss sie nicht nur vor dem 5er fliehen, ihrem missmutigen Trunkenbold von Ausbilder helfen und mit dem Fangen kleinerer Dämonen die Miete verdienen. Weil der Körper ihres Vaters auferweckt wurde, muss sie auch noch in Reihen der Totenbeschwörer herausfinden, wer dies getan hat und denjenigen dazu bewegen ihn wieder in Frieden ruhen zu lassen.  

Außerdem ist da noch Denver, ehemals Schüler und Partner von Vater Paul, der meint auf Riley Acht geben zu müssen und dabei ständig mit ihr aneinander gerät. Am liebsten würde er sie zu ihrer Tante nach Fargo verfrachten, die sie nicht einmal kennt. Als Kompromiss verbringt sie schon die Nächte auf heiliger Erde, also auf dem Friedhof. Als dann auch noch ihr Freund Simon behauptet sie würde für die dunkle Seite arbeiten – dabei hat sie einen Pakt mit dem Himmel geschlossen um sein Leben zu retten, ist es kein großes Wunder, dass sie sich in die starken Arme von Ori, dem geheimnisvollen Dämonenjäger flüchtet. 

Etwas weg von der bodenständigen Dystopie

Im Vergleich zum ersten Teil fällt „Seelenraub“ leider etwas ab. Die „Bodenständigkeit“ der düsteren Zukunftsvision, gleichzeitig aber auch die Leichtigkeit der Handlung kommt der Autorin etwas abhanden. Die Handlungen der Charaktere erscheinen weniger plausibel, die verschiedenen Handlungsstränge verheddern sich ein wenig. Noch immer ist Riley eine starke Heldin, aber die Liebenswürdigkeit und der Realitätsbezug kommen ihr etwas abhanden. Schade.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Jana Oliver. Seelenraub

16,99 Euro. Fischer

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