Nicht mein Tag!

Kann ein Tag eigentlich noch bescheidener?! Erst die Sterilisation, dann ein Überfall, dann noch ein Überfall und schließlich noch eine Gattin, die nichts außer Vorwürfen äußert. Und das war noch nicht einmal der ganze Tag, der Dan Jordan im Roman „Cash Out“ bevorsteht.

Das ganze Silicon Valley, in dem dieser Roman spielt, scheint ein einziges Irrenhaus zu sein. Ständig kreuzen mehr oder minder Verrückte den Weg Jordans und legen ihm noch mehr Steine in seinen eh schon holprigen Weg. Eigentlich wollte er ja nur raus aus dem Betrieb, sich mit seinen Millionen zur Ruhe setzen und sein Familienleben genießen – aber bis es einmal so weit ist, muss er noch drei Tage überstehen, die es in sich haben.

Schwarzer Humor & durchgeknallt

Bereits der Auftakt zu „Cash Out“ macht es deutlich: Hier schreibt einer, der Freude daran hat, seinen Helden zu quälen und ihn durch das Silicon Valley zu hetzen.

Zwar ist der Roman der erste überhaupt aus der Feder von Greg Bardsley, doch das merkt man dem Buch mitnichten an. Bardsley kennt sich in seinem Metier aus – schließlich war er früher Redenschreiber, Ghostwriter und auch Lektor. Seine Erfahrungen hat er nun in diesem Roman fiktiv verarbeitet und scheint sich bei einigen seiner verrückten Protagonisten an sehr realen Vorbildern orientiert zu haben …

Was kann man von einem Buch erwarten, das Ken Bruen mit folgenden Worten lobt: „Wow und nochmal wow. Ich liebe dieses Buch.“? Solche Statements von Autoren gleichen Typs werden ja nicht von ungefähr auf Büchern aufgebracht – hier stimmt der Vergleich. Wer auf schwarzhumorige Lektüre im Stile von Tom Sharpe, Ken Bruen oder Jason Starr steht, der hat hier mit „Cash Out“ neues Lesefutter gefunden.

Für mein Empfinden hätte der Autor auch mal aus dem dritten in den vierten Gang schalten können, was das Tempo angeht, doch insgesamt kann man an „Cash Out“ nicht viel herum mäkeln.

Marius Müller (academicworld.net-user)

Cash Out. Greg Bardsley.
Rowohlt. 9,99 Euro.

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