Neues aus der Fahrzeugtechnik – Autos aus dem Drucker

Gerade in der Automobilindustrie war es bekanntermaßen lange Zeit nicht möglich, absolut individuelle Formen für jeden einzelnen Kunden anzubieten. Genau dies soll sich jetzt jedoch grundlegend ändern, wenn es nach amerikanischen Ingenieur geht. Worum es sich hierbei genau handelt und welche spannenden Aussichten für die Zukunft sich dahinter verbergen, lässt sich den folgenden Zeilen entnehmen.

Das individuelle Auto – Der 3D-Drucker macht es möglich

Für viele wird es wohl wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film vorkommen: Eine Maschine werkelt an einem Objekt und schlussendlich erscheint ein Fahrzeug. Eben dies ist jedoch keine Fiktion. Vielmehr ist es Realität geworden. Möglich gemacht hat eben jenes der amerikanische Ingenieur Jim Kor, der mit der Auto-Produktion aus dem 3D-Drucker seinen eigenen Traum verwirklichte.

Die Besonderheit hierbei ist es, dass der jeweilige PKW zu 100 Prozent an die Bedürfnisse und Anforderungen des Kunden angepasst werden kann, was bislang in der Automobilindustrie als schier unmöglich galt. Mit dem Urbee 2 konnte er dann nach einiger Zeit der intensiven Forschung auf sein erstes in einem Drucker produziertes Auto zurückgreifen. Im direkten Vergleich zu den üblichen PKW auf diesem Planeten wird dieses Exemplar demnach nicht aus Blech und Stahlrohr zusammengeschweißt. Alle Bauteile werden vielmehr durch leistungsfähige 3D-Drucker in großer Stückzahl gedruckt.

Der technologische Hintergrund dieser Methode wurde erst vor einigen Jahren salonfähig gemacht. Die hierfür eingesetzten dreidimensionalen Drucker können räumliche Objekte besonders präzise nachbilden. Hierfür werden die jeweiligen Designs Schicht für Schicht aus den in digitaler Form vorliegenden Plänen gedruckt. In einer Vielzahl der Fälle verwendet man hierfür Kunststoffe. In Ausnahmefällen kommen allerdings auch andere Materialien zum Einsatz. In den Anfangsjahren dieser Technik konnten sich jedoch ausschließlich große Unternehmen die Anschaffung leisten. Durch ausgefeiltere Fertigungsmöglichkeiten lassen sich diese Drucker heutzutage auch für den Mittelstand erwerben.

Urbee 2: 600-Kilogramm-Leichtgewicht

Selbst in der Bundesrepublik lässt sich diese Art der Drucker erstehen, was für einen vergleichsweise günstigen Preis von rund 1000 Euro der Fall ist. Eine umfangreiche Community hat sich bereits über das World Wide Web organisiert und versucht sich an immer neuen Projekten, die im Normalfall über das hinausgehen, was der Drucker imstande ist zu leisten.

So sorgte der niederländische Architekt Janjaap Ruijssenaars beispielsweise für Aufsehen, als er sein Vorhaben, ein ganzes Haus ausdrucken zu wollen, der breiten Öffentlichkeit vorstellte. Allerdings möchte er für dieses Projekt nicht auf Kunststoff zurückgreifen. Vielmehr soll eine Mischung aus Sand und einem speziellen Bindemittel zum Einsatz kommen. Der eigenen Fantasie sind also keinerlei Grenzen gesetzt, wobei die Erschaffung des eigenen Traumwagens wohl von vielen Männern sehnsüchtig herbeigewünscht wird. Somit dürfte es in absehbarer Zukunft kein Problem mehr sein, einen Neuwagen nach ihren speziellen Bedürfnissen zusammenstellen zu können.

Aufwändige Prozedere von bis zu 2500 Arbeitsstunden pro Fahrzeug

Das vorab schon erwähnte Modell Urbee 2 soll laut dem Erfinder ein Gewicht von 600 Kilogramm besitzen. Aufgrund dessen wird nicht besonders viel Antriebsenergie benötigt, was dem umweltfreundlichen Charakter in jedem Fall zuspielt. Das dreirädrige Gefährt besitzt einen Hybridantrieb, der sich aus einem Verbrennungsmotor mit einer Leistung von zehn PS sowie einem 36-Volt-Elektromotor zusammensetzt. Für die Fertigung rechnet man mit gut 2.500 Arbeitsstunden der jeweiligen Drucker, um die innen verbauten Komponenten zu kreieren. Das Chassis sowie der Dieselmotor gehören zu den einzigen Bestandteilen, die tatsächlich noch aus Metall gefertigt werden. Alles Übrige wird in einer gespenstisch leeren Fabrikhalle hergestellt. Eine wahre Armee von 100 professionellen 3D-Druckern mit einem Wert pro Exemplar von 400.000 Dollar verrichtet hier ihre Arbeit.


Stand November 2013

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