Neue Lösungen für neue Herausforderungen

Anton Simons liefert mit seinem Buch „Journalismus 2.0“ einen umfassenden Überblick des sozialen Internets ab. Für alle alten und neuen Hasen in der Branche eine Pflichtlektüre.

 

 

Die Instrumente der Medienrevolution

Simons ist davon überzeugt, dass das Web 2.0 eine neue Medienrevolution – vergleichbar der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Gutenberg – darstellt beziehungsweise hervorruft. Das gleich einmal vorweg. Ob man das Ganze nun so ernst sehen will oder nicht, das bleibt jedem selbst überlassen. Eines aber ist klar: Die Bedeutung dieser neuen Medienkanäle ist nicht zu unterschätzen. Wer sie kennen lernen will ist mit Simons Buch nicht schlecht beraten.

Praxisnah mit vielen Beispielen

Erst einmal präsentiert der Autor ausführlich die verschiedenen Möglichkeit, die sich mit dem „neuen“ Internet ergeben, stellt sie aber nicht nur vor, sondern geht auch auf Beispiel und verschiedene Nutzungsmöglichkeiten im Redaktionsalltag ein. Mangelnde Nähe zur Praxis kann man dem Buch wahrlich nicht unterstellen. Da sollten sich eigentlich für jeden Journalisten, Verleger etc. neue Möglichkeiten zu Recherche, Zielgruppenbindung und ?ansprache finden. Anschließend werden von Simons eingehend die (technischen) Auswirkungen der Veränderungen auf den einzelnen Journalisten, die Redaktionen, Verlage und die ganze Branche präsentiert.

Die Grundthese ist die, dass sich Angebot und Nachfrage im Sinne des „long tails“ aus dem Allgemeinen weg und hin zum Speziellen entwickeln. Daher werden sich, so Simons, auch die journalistischen Angebote spezialisieren (müssen), wenn sie überleben wollen – und vor allem: Qualitätsjournalismus hat immer eine Nische. Schund kann nämlich jeder produzieren.

 

236 Seiten

Uvk (Januar 2011)

29,90 Euro

 

 

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