Neue fantastische Welt

Einst war Kvothe ein mächtiger Mann, der mit seinem kriegerischen Geschick und seiner Magie so manche Schlacht entschied. Nun lebt er unter dem Namen Kote in einem Dorf und ist ein einfacher Wirt. Bis Dämonen auftauchen und der Zauberer in ihm gefordert wird.

Vielleicht habt ihr schon einmal von Kvothe gehört? Falls nicht, so trifft es sich gut, dass just ein Chronist in das Wirtshaus stolperte, das von Kvothe und seinem Schüler auf einem versteckt gelegenen Dorf betrieben wird. Die geographische Lage der kleinen Ortschaft ist kein Zufall: Kvothe war einst ein mächtiger Zauberer, dem kein Feind widerstehen konnte. Nun will er seine Ruhe und versteckt sich vor der Welt. 

Satz mit ‚x‘

Als plötzlich Dämonen in Form riesiger schwarzer Spinnen auftauchen, bleibt ihm aber gar keine Wahl: Er muss sie töten. Dabei rettet er zufällig einem Mann das Leben. Dieser ist ein bekannter Chronist und letztendlich gelingt es diesem den Zauberer davon zu überzeugen, ihm seine Lebensgeschichte zu erzählen. 

Kvothe war nicht immer mächtig. Als Sohn umherreisender Schauspielleute findet er eines Tages seine Eltern und die ganze Truppe tot auf – ermordet von den legendären Chandrian, an deren Existenz allerdings nicht mehr viele glauben. Um sie rächen, führt ihn sein Lebensweg in viele Sackgassen, bevor er an der sagenhaften Universität landet: Dort wird er als Magier ausgebildet und erlangt weitere Kenntnisse über die Chandrian. Doch sein Leben ist hart, Kvothe selbst sehr undiszipliniert und außerdem stehen ihm viele scheinbar unüberwindbare Hindernisse im Weg …

Die Kritik

Allein die Länge dieser Inhaltsangabe zeigt, dass das Buch ein umfangreiches ist. Neben der Haupthandlung gibt es zusätzliche Inhaltsansätze, die sich wunderbar miteinander und dem roten Faden verflechten und dabei nicht in Chaos enden. Die begleitenden Figuren wirken zwar manchmal etwas blass, prägen die Geschichte aber durchaus auf ihre eigene Weise mit.

Patrick Rothfuss schreibt weder inhaltlich noch sprachlich übertrieben episch, kommt aber insgesamt auf genug Pomp, um die Fantasie des Lesers auf den Weg durch ein magisches Land zu schicken. 

Die Erzählstruktur ist aus gegenwärtigen Geschehen und von Kvothe erzählten Rückblenden zusammengesetzt. So erfährt der Leser nicht nur, wer dieser legendäre Zauberer ist, sondern auch, warum er so geworden ist. Damit erbaut der Autor einen großen Spannungsbogen, denn letztendlich bleibt die Frage: Wie geht es noch weiter? 

In diesem Sinne endet das über 850 Zeichen starke Werk auch mit einem ein-Satz-Cliffhanger, der die Neugier auf die Fortsetzung nicht nur schürt, sondern zu einem Großbrand werden lässt.

Das Fazit

Die Königsmörder-Trilogie von Patrick Rothfuss wird oft mit dem alles übertrumpfenden “Herr der Ringe” verglichen. Dieser Vergleich hinkt allerdings, den zum einen: Was kann man wirklich mit Tolkiens Wahnsinnsepos vergleichen?  Zum anderen geht Rothfuss in eine inhaltlich vollkommen andere Richtung. Das gilt auch für den ebenfalls oft angestrengten Vergleich mit Harry Potter. Der einzige gemeinsame Nenner ist hier, dass beide Hauptpersonen Zauberer sind und ihre Eltern ermordet wurden. Im Universum der Fantasyliteratur sind diese drei Werke also jeweils ein eigener Stern, die im gleichen Maße strahlen.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Patrick Rothfuss. Der Name des Windes.
Klett-Cotta. 24,95 Euro.

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