Nein, es ist kein Traum …

Albtraum oder doch Wirklichkeit? Wenn die Grenze zwischen beidem zu verschwimmen droht und man sich plötzlichen einem übermächtigen Gegner gegenüber sieht, müssen Menschen über sich hinaus wachsen, um dem Grauen zu entkommen. Ab dem 19. Januar kommt nun mit INTRUDERS ein verstörender Horror-/Psycho-Thriller in die deutschen Kinos, in dem normale Alltagsmenschen gezwungen werden sich dieser Herausforderung zu stellen.

Universal Pictures International Germany GMBH

Albträume bestimmen ihr Leben
Die Kinder Juan und Mia scheinen wenig gemeinsam zu haben. Juan lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter Luisa in Spanien, wohingegen Mia mit ihrem überfürsorglichen Vater John und ihrer Mutter Sue ein glückliches, kleinbürgerliches Leben in England führt. Darüber hinaus spielen die Geschichten zu unterschiedlichen Zeiten. Es besteht jedoch eine unselige Verbindung zwischen den beiden Kindern. Was sie eint, sind die Albträume, die sie Nacht für Nacht aufs Neue ertragen müssen und ihren Schlaf rauben. In diesen Träumen sucht sie ein gesichtsloser Eindringling im Cape in ihrem heimischen Kinderzimmer auf, der versucht von ihnen Besitz zu ergreifen. Doch ist dieses Wesen tatsächlich nur Einbildung?

Du kannst ihm nicht entkommen!
Dieses übernatürliche Wesen beginnt im täglichen Leben der beiden Familien Schritt für Schritt eine dominante Rolle einzunehmen, denn auch John und Luisa können sich dieser dunklen Quelle einer fremden Macht nicht mehr entziehen. Die Präsenz dieses ominösen Wesens ist allgegenwärtig. Verzweifelt versuchen John und Luisa auf jede erdenkliche Art und Weise ihre Familie zu schützen. Doch das Wesen ist nicht greifbar. Wie begegnet man aber einem Feind, der keinen Körper zu haben scheint? Ein ungleicher Kampf nimmt seinen Lauf, an dessen Ende sich die Protagonisten der Frage nach der eigenen Zurechnungsfähigkeit stellen lassen müssen.

Verstörendes Erlebnis
INTRUDERS ist alles andere als ein typischer Horrorfilm. Im Gegensatz zu den vielen bluttriefenden, handlungsarmen Vertretern dieser Zunft, die man nach ein paar Minuten wieder unreflektiert aus seinem Gedächtnis löschen will, geht einem dieser Film nämlich tatsächlich nahe. Nicht aber übertriebene Gewaltdarstellungen, die einen im Mark erschüttern, sind dafür verantwortlich, sondern vielmehr eine viel subtilere Art von Horror. Juan Carlos Fresnadillo gelingt es alleine mithilfe seiner verstörenden Bilder, die durch dunkle Farben untermalt werden, einen emotionalen Effekt beim Kinogänger zu erzielen. Unweigerlich fühlt man sich zurückversetzt in die eigene Kindheit, ins heimische Kinderzimmer mit dem großen, dunklen Schrank in dem das Unheil auf einen wartet. Im Unterschied dazu wird aus dieser Angst für die Protagonisten in diesem Film allerdings erschreckende Realität.

Die Grenzen zwischen Realität und Fantasie sind fließend in diesem Film. Daher fällt es oft schwer auseinanderzuhalten, ob das was man gerade zu sehen bekommen hat jetzt auch tatsächlich passiert ist oder, ob sich das vermeintlich „Geschehene“ nur im Kopf der einzelnen Figuren abgespielt hat. Dadurch wird das Gefühl der Unsicherheit, das die Figuren im Laufe des Films befällt, auch auf den Zuschauer übertragen.

Urängste
Erschreckend mutet die Vorstellung an, dass all das, was unserer Familie jemals zugestoßen ist, sich auch auf die nächste Generation überträgen könnte. Wie nur soll man seine Kinder denn dann schützen? Das Gefühl sein Leben nicht mehr im Griff zu haben – nicht mehr selbstbestimmt darüber verfügen zu könnten – ist eine Urangst der Menschen, die Fresnadillo hier aufgegriffen und verarbeitet hat. Verstärkt werden diese Empfindungen dann, wenn sich bestimmte Phänomene mit Wissenschaft und Religion nicht mehr erklären lassen. Mit genau diesen Ängsten spielt der Film in einer beeindruckenden Art und Weise. Als Werkzeug dient dabei eine fremde Macht, die Besitz von dem ergreifen will, was wir Menschen am meisten Lieben. Am Ende steht die Erkenntnis: Auch Urängste, die in Legenden überliefert werden, haben ihren Ursprung in den menschlichen Gefühlen.

Highlight
Ein Highlight aus deutscher Sicht ist die Rolle von Daniel Brühl. Er gefällt als idealistischer, junger Pater Antonie, der alleine mit der Macht des Glaubens versucht Juan und Luisa von dem geheimnisvollen Eindringling zu befreien.

Fazit
INTRUDERS ist ein verstörender, dunkler Horror-/Psycho-Thriller, der Cineasten gefallen wird, die bereits bei „The Sixth Sense“ voll auf ihre Kosten gekommen sind. Für Vertreter der Gattung „Mystery – Nein Danke!“ ist der Film allerdings eher weniger geeignet.

Thomas Hepp (Academicworld)


INTRUDERS

Regie: Juan Carlos Fresnadillo
Besetzung: Clive Owen, Carice van Houten, Daniel Brühl, Pilar López de Ayala
Kinostart: 19. Januar

Im Verleih von Universal Pictures International Germany GMBH


Stand: Dezember 2011
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