Nachschlag!

Aufgrund meines Blogbeitrags vor zwei Wochen über den Neurosengleichstand der Geschlechter habe ich einige interessante Geschichten zugesandt bekommen, die einen wirklich den Kopf schütteln lassen über uns Großstädter um die 40.

© Privat

Ich könnte jetzt ein Buch schreiben zum Thema „Verlassenwerden“ (der Titel muss vielleicht etwas positiver klingen – zum Beispiel „Verlassen. Werden.“) Aber eine Geschichte muss ich hier wirklich als Nachschlag schon ‚mal vorab offiziell machen:

Ein Bekannter von mir ist ein gutbeschäftigtes Fotomodell. Er wurde zu einem Casting in eine Werbeagentur gebeten. So weit, so gewöhnlich. Er begann sich erst zu wundern, als er eine Stunde völlig ohne andere Schönheitskonkurrenz auf dem Gang der Agentur saß und die Mitarbeiter langsam anfingen sich in den Feierabend zu verabschieden. Bis nur noch im Büro des Chefs Licht brannte. Schließlich wurde er zu diesem hinein gerufen … (Nein, der war keine Frau und auch kein schwuler Mann. Das Schicksaal schreibt meist originellere Geschichten als unsere Phantasie!)

Der geheimnisvolle Doppelgänger

Das erste, was meinem Bekannten beim Betreten des Büros auffiel war die unglaubliche Ähnlichkeit zwischen dem Chef der Agentur und ihm selbst. Es war geradezu verblüffend! (Und wenn man jemand anderen als sich selbst ähnlich findet, dann muss die Ähnlichkeit schon sehr groß sein, weil man sein Gesicht nun mal als etwas sehr gewohntes und eigenes empfindet.)

Nachdem langem Herumgetrugse und viel zu persönlichen Fragen wurde es meinem Bekannten zu bunt und er drohte damit, das Büro umgehend zu verlassen, wenn er nicht augenblicklich erfahren würde, wofür und wozu er hier eigentlich gecastet würde. Da fragte der Werbeagenturchef das Model frei heraus, ob dieser nicht mit dem Ausweis des Chefs zu einem Institut für Vaterschaftstests gehen und im Namen des Chefs (das war wörtlich gemeint) einen solchen machen könnte. Er war nämlich von seiner schwangeren Ex-Freundin verklagt worden und hatte nun keine Lust 27 Jahre lang Alimente zu zahlen …

PS: Das Ganze wäre ihm 3.000 Euro wert gewesen.

 

Katharina Ohana moderiert als Psychologin und Philosophin für verschiedene Fernsehsendungen. Ihr Buch „Gestatten: Ich – Die Entdeckung des Selbstbewusstseins“ ist beim Gütersloher Verlagshaus erschienen und erklärt die Entstehung unserer Persönlichkeit und unserer Probleme – und wie wir sie loswerden können.

Mehr von ihr gibt es auf  KatharinaOhana.de

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