Musik ist sein Leben

„Fritz‘ got the hits!“ ist wohl einer der bekanntesten Sätze aus dem Radio. Zumindest für die, die sich für Musik abseits des Mainstream interessieren. Jetzt hat Fritz Egner endlich sein faszinierendes Leben in einem Buch festgehalten.

Musik ist wohl eines der Dinge, die alle Menschen miteinander verbinden kann. Einer, der daraus eine komplette Karriereleiter gebaut hat, ist Fritz Egner. In Seinem Buch „Mein Leben zwischen Rhythm and Blues“ erzählt er über ‚seine‘ Musik und deren Entstehung: Von den Wurzeln in Afrika und der Weiterentwicklung in Europa und der USA. Auch sein weiterer Werdegang ist immer eng verbunden mit neuer und sich wandelnder Musik. 

Seine Begeisterung für Blues, Soul und Co. ist absolut ansteckend. Während seiner Karriere, die er übrigens beim Sender AFN München gestartet hat, ist er vielen von ihnen begegnet: Den großen Stars wie Harry Belafonte, Diana Ross, Marvin Gaye oder Stevie Wonder. Aber auch den weniger bekannten, die im Hintergrund wirkten und damit erst eine Plattform für die Großen der Musikszene schufen. 

Alle verbanden sie die Liebe zur Musik und die Möglichkeit, sich durch sie mitzuteilen – zum Teil auch politisch. In all diesen Gesprächen kommt es zu sehr persönlichen Momenten, lustige Geschehen oder auch peinlichen Pannen, die der Egner mit seinen Hörern und jetzt auch seinen Lesern teilt. 

Bewundernswert ist das Hintergrundwissen von Egner, das schlichtweg unvergleichlich ist. Eines ist dabei deutlich zu spüren,, wenn man seinen Stories aus all den Jahren folgt – wer in dieser Zeit und mit dieser Musik aufwachsen durfte, kann sich als privilegiert betrachten. Egner berichtet aus dem Blickwinkel der verschiedenen Zentren der Musikbranche wie Memphis, Los Angeles oder Detroit und wie sich die jeweilige Szene weiterentwickelt hat. 

Leider ist die Aufteilung in die verschiedenen Schauplätze etwas hölzern geraten. Die Aufzählung hätte hier sicherlich etwas runder gestaltet werden können und damit angenehmer zu lesen. Sehr positiv für alle, die sich im Anschluss an die Lektüre auch die Musik zu Gemüte führen möchten: Die Favoritenliste als Anhang, sehr empfehlenswert. 

Insgesamt ein Buch, das sich perfekt dazu eignet, „alte“ Musiker neu kennen zu lernen beziehungsweise wiederzuentdecken. Wer bei Fritz Egner nicht an nur an die Sendung „Dingsda“ denkt, wird in der Musik des Buchs aufgehen. Der Leser sollte sich also auch die Zeit nehmen, parallel die Interpreten anzuhören. Wenn möglich auf Platte zwecks Authentizität, zur Not via Internet, denn das macht unheimlich Laune auf mehr.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Mein Leben zwischen Rhythm und Blues. Fritz Egner.
24,99 Euro. LangenMüller.

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