„Mörderisches Puzzle. Ein Baccus-Borg-Krimi“

Im Nordosten von Frankreich in einem alten Bauernhaus entstehen die spannenden Krimis der gebürtigen Saarländerin Elke Schwab. Mit „Mörderisches Puzzle“ bleibt sie sich treu und liefert einen soliden Krimiroman für Thrillerliebhaber.

Die Kriminalkommissare Lukas Baccus und Theo Borg bekommen es mit einem äußerst schwierigen Fall zu tun, der ihnen im wahrsten Sinne des Wortes nahe geht. Als Postpakete mit Körperteilen eines noch lebenden Opfers auftauchen beginnt ein Nerven strapazierender Wettlauf gegen die Zeit.

Rätselhaftes Puzzlespiel

Lukas Baccus und Theo Borg sind die zwei Stars ihrer Polizeieinheit. Allerdings zwei Stars mit Macken. Beide hadern mit dem weiblichen Geschlecht und sich selbst. Als dann Körperteile – erst eine Hand, dann ein Fuß- in einem Postpaket auftauchen und festgestellt wird, dass das oder die Opfer noch lebten, als ihnen das angetan wurde, gerät die ganze Polizei unter enormen Druck. Denn erst mal ist nicht erkennbar, wer sich da mehr oder weniger fachmännisch als Amputeur betätigt und vor allen Dingen warum. Die Abstände zwischen den gelieferten Körperteilen werden auch kürzer, somit wird von einer Profilerin vermutet, dass eine Eskalation gerade schon geschieht, bzw. kurz bevor steht.

Probleme eines Ermittlers

Neben aller Ermittlertätigkeit, ob nun regelkonform oder nicht, haben beide Polizisten so ihre liebe Not mit dem weiblichen Geschlecht. Theo fängt eine Affäre mit einer attraktiven jungen Kollegin an, die durch die Korruptions- und Selbstmordgeschichte ihres Vaters bedingt sehr labil scheint und dann offenbar aufgrund des großen Drucks spurlos verschwindet. Lukas hat ein Techtelmechtel mit der besten Freundin seiner Ex-Frau.

Magnet für Ärger

Alles sehr problembehaftet und nicht wirklich förderlich für die Polizeiarbeit. Beide bringen sich damit in Teufels Küche und somit auch in die Nähe des oder der Täter, die immer mehr Teile eines menschlichen Puzzles abliefern. Und es verschwinden auch einige Personen, alle aus dem Kreis der Mitarbeiter zweier Zeitungsredaktionen. Die Frage liegt nahe, wer da einen Vorteil von dem Ganzen Schauspiel hat und wer genug Motivation und kriminelle Energie, um Menschen zu foltern und zu töten. Baccus und Borg geraten selber in allergrößte Gefahr und merken es schon fast zu spät…

Sie verdient das Blitzlicht

Wieder mal kann ich sagen, dass es sich durchaus lohnt, auch unseren deutschen Krimi-Autoren eine Chance zu geben. Elke Schwab hat einen gut eingängigen Stil, gewürzt mit wirklich kranken Ideen, wie man Menschen quälen kann. Sie muss sich wahrlich nicht hinter großen Namen verstecken und verdient absolut mehr Aufmerksamkeit, sie und ihre Bücher!

Sehr solide Leistung

Ich war wirklich ganz schnell gefangen in der brutalen, blutigen Welt von Baccus und Borg und es gab nur ein Detail, was mich gestört hat: Dass jeder mit jedem irgendwo eine Affäre hat. Das war ein bisschen zu Viel des Guten, aber ansonsten gibt es nicht wirklich etwas zu kritisieren. „Mörderisches Puzzle“ war mein Erstkontakt mit einem Buch von Elke Schwab und demzufolge auch meine erste Begegnung mit Baccus und Borg. Es fiel mir aber nicht schwer, mich auf die beiden einzulassen, kein Manko vorhanden, dass ich keine Vorkenntnisse habe. So finde ich das schön, Forsetzung, ohne Muss des Lesens aller Bücher.

Fazit: Auf jeden Fall werde ich mir noch weitere Bücher von ihr besorgen und lesen. Wer auf gute Krimis mit Thriller-Hauch steht, ist, so denke ich, hier bei Elke Schwab gut aufgehoben!

Sabine Kettschau (academicworld-Userin)

Elke Schwab. Mörderisches Puzzle
9,95 Euro. Solibro Verlag


Stand: Winter 2012

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