Mit Jack London bis ans Ende der Welt

„In einem fernen Land“ umfasst zahlreiche eindrucksvolle Erzählungen aus fernen Welten des beliebten Autors.

Mit Jack London in die Südsee; Bild: Lothar Henke/pixelio.de

Geschichten eines Vergessenen

Er ist heute vielen nur noch durch seinen vielfach verfilmten „Seewolf“ ein Begriff: die Rede ist vom amerikanischen Schriftsteller Jack London, der an der Schwelle zur literarischen Moderne steht. Der in der lesenswerten Reihe „Fischer Klassik“ erschienene Band „In einem fernen Land“ versammelt die besten Kurzgeschichten und Erzählungen Londons. Ausgewählt und mit einem Nachwort versehen wurden die Geschichten von Roger Willemsen, der selbst ein bekennender London-Jünger ist, wie er im Nachwort gesteht.

Von der Kälte in die Südsee

Das Buch reiht fast durchgängig eine der zahlreichen Südseegeschichten an die Alaska-Erzählungen des amerikanischen Reiseschriftstellers. Der Leser gerät also immer in ein Wechselbad zwischen der unmenschlichen Kälte des amerikanischen Nordens und der bewegten Geschichte Hawaiis – es sind quasi diametral entgegengesetzte Geschichten von den Enden der Welt.

Ein Autor, der weiß, wovon er schreibt …

London findet aber für jedes Setting immer überzeugende Worte und man hat wirklich das Gefühl, dass der Autor weiß, wovon er schreibt (was sich dadurch erklärt, da London sämtliche Handlungsorte seiner Geschichten selber bereist hat, wie das Nachwort erklärt). Die Erzählungen handeln mal vom Erfrieren in der ungastlichen Kälte jenseits des Yucon (Feuermachen) oder auch  von der berührenden Freundschaft bis in den Tod zweier Männer (Der Heide). Die Erzählungen in „In einem fernen Land“ wissen immer zu fesseln und geben uns einen Einblick in ein Amerika, das schon längst vergangen ist, uns aber bis heute zu faszinieren weiß.

Buchcover zu „Jack London“

Ausgewähltes Bonusmaterial

Besonders hervorheben muss man das Bonusmaterial, mit dem, wie fast jedes Buch aus der „Fischer-Klassik“-Reihe, auch die London-Sammlung versehen ist. Die Zeittafel mit den Lebensdaten und biographischen Details, mit dem das Buch angereichert ist, stammt von der Redaktion von Text+Kritik. Das kenntnisreiche und umfangreiche Nachwort Roger Willsemsen verdient auch noch einmal gesondertes Lob, da es Willemsen schafft, seine Begeisterung für das Werk und die Person Jack London zu transportieren und so neugierig auf das restliche Oeuvre des Autoren zu machen.

Fazit

Das Buch von den Enden der Welt ist ein gelungener Appetitanreger, um sich neu mit dem Wirken Jack Londons zu befassen und den Auor neu zu entdecken, denn schließlich gilt er dank seiner schnörkellosen Schreibweise als einer der Begründer der literarischen Moderne!

(Marius Müller, academicworld-user)

Jack London. In einem fernen Land.
12 Euro. Fischer Tb.


Stand: Dezember 2011
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