Mit dem Kopf durch die Wand

Dieses Sprichwort nimmt der Frontmann der Band Soronprfbs etwas zu wörtlich: Er hat sich einen riesigen Pappmaché-Kopf gebastelt, den er nie absetzt. Weder beim Schlafen, noch beim Duschen oder zum Essen …

Frank ist der exzentrische Frontmann der experimentellen Rockband Soronprfbs und buchstäblich der Kopf der Band. Denn Frank trägt ständig einen übergroßen Pappmaché-Kopf auf seinen Schultern und dies nicht nur bei den skurrilen Live-Shows, sondern auch im Alltag. Nicht mal die Bandmitglieder haben je sein Gesicht gesehen. Als der Keyboarder ausfällt, engagiert Frank spontan den Tagträumer Jon als Ersatz. Und obwohl der erste gemeinsame Auftritt zum Desaster verkommt, darf der Debütant bleiben. Hochmotiviert zieht Jon mit der Band in die irischen Wälder, um ein Album aufzunehmen. In der Abgeschiedenheit fällt ihm allmählich auf, mit wem er da zusammenarbeitet: Ein Mensch, der sich vor allen versteckt. Ein depressiver Künstler, der einmal in seinem Leben sein Innerstes vertonen will. Eine Frau scheinbar ohne Heimat, ohne Herkunft und ohne Identität, die dafür umso stärker die von Frank schützen möchte. Ein Franzose, der sich hinter Klischées versteckt, weil er nichts anderes zu bieten hat. Und zwischendrin immer wieder die Musik, die das Leben macht.

Die Kritik

Abstrakt. Das beschreibt den Film wohl am besten. Was will er uns sagen, welche Aussage steckt hinter den Handlungen? Hier bin ich mir ehrlich gesagt einfach nicht sicher. Klar, es geht um eine Maske – hinter der versteckt Frank sich. Und trägt nicht jeder von uns eine Maske in der Öffentlichkeit? Und wäre dieser Bezug nicht etwas sehr banal, weil das ein abgegriffenes Thema ist?

Vielleicht geht es auch nur darum, dass man im Leben einfach genau die Gruppe Menschen finden muss, zu denen man passt. Egal ob mit oder ohne Maske? Egal, was die Welt und die Gesellschaft dazu sagen – irgendwo findet jeder sein zwischenmenschliches Zuhause. Sehr schwammig das alles, wie ich finde. Da ist es doch viel erstaunlicher, dass ein Typ wie Michael Fassbender mit macht!

Alles in allem eine sehr eigenartige Geschichte, zu der man als Zuschauer nicht so richtig Zugang findet. Was auch daran liegen mag, dass man die Handlung aus der Sicht eines eher Unbeteiligten erlebt. Denn Jon ist nicht Teil der großen „Was will uns dieser Film sagen“-Gedankenkette. Er fungiert mehr oder weniger als Zwischenglied zur restlichen Welt und am Ende? Nein, das wollen wir doch an dieser Stelle nicht zu sehr verraten.

Bettina Riedel (academicworld.net)

FRANK

Seit dem 30. Oktober als DVD und BluRay im Vertrieb von WELTKINO im Handel erhältlich.

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