Mit Dante ab in die Hölle …

Der neue Roman von Dan Brown führt seine Leser nach Florenz, wo der berühmte Professor Langdon einmal mehr die Welt retten soll. Dabei ist es gar nicht so sicher, ob diese Rettung überhaupt erwünscht und sinnvoll ist …

Dan Browns Held Robert Langdon wandelt diesmal auf den Spuren des berühmten italienischen Dichters Dante, der in seinem literarischen Werk „Divina Comedia“ durch die Hölle wandert.

Geheimnisumwoben, eine Vermischung aus Realität und Fiktion sowie Action pur: Man nehme diese Zutaten, vermische sie und heraus kommt: ein echter Dan Brown. Auch sein neuer Roman „Inferno“ hält, was er in dieser Hinsicht verspricht. Innerhalb eines Tages muss der erprobte Held und berühmte Professor für Symbologie, Robert Langdon, mal wieder die Welt retten und reist dafür von Florenz über Venedig bis nach Istanbul.

Dabei meinte es der Übeltäter eigentlich nur gut: Weil die Menschheit sich explosionsartig vermehrt, steht sie vor dem Supergau. Um den totalen Kollaps zu vermeiden, entwickelt ein genialer Wissenschaftler ein gefährliches Pathogen, das die Anzahl der Menschen auf dem Globus minimiert – ähnlich der Pestepidemie. Weil dieser Wissenschaftler auch noch in italienischer Literatur sehr bewandert ist, orientiert er sich mit seinem Vorhaben an einem der berühmtesten Werke der Weltliteratur – der Divina Comedia des italienischen Schriftstellers Dante Aligheri. Jetzt heißt es für Langdon nur noch die Zeichen richtig zu deuten und die Schnitzeljagd kann beginnen. Was die Sache jedoch unheimlich erschwert, ist zum einen, dass Langdon sein Gedächtnis verloren hat und eigentlich gar keine Ahnung hat, was er in Florenz zu tun hat und zum anderen, dass ein paar dunkle Typen hinter ihm her sind, die ihm offensichtlich nichts Gutes wollen. Einzig die schöne und geheimnisvolle Sienna Brooks steht ihm zur Seite – doch auch sie hat ein dunkles Geheimnis …

Spannung, wie sie Fans gewohnt sind

„Inferno“ liefert die Spannung, die Dan Brown Fans gewohnt sind, was vor allem den realen Schauplätzen und historischen Figuren zu verdanken ist. Jeder, der schon einmal in Florenz war oder von Dante gehört hat, wird viele der im Roman erwähnten Orte und literarischen Aspekte wiedererkennen. Auch bietet die Handlung einige sehr überraschende Wendungen, sodass der Leser bis zum Schluss mit dem Held mitfiebert und sich nie sicher sein kann, wer denn nun zu den Bösen gehört. 

Ein schwieriges Problem mit schwieriger Lösung

Sehr beklemmend wirkt dabei das thematisierte Problem der Überbevölkerung unseres Planeten, welches ja durchaus real ist und immer wieder anschaulich durch verschiedene Figuren erklärt wird. Trotzdem erscheint die Lösung, die der Autor seinen Lesern anbietet, moralisch gesehen doch sehr fragwürdig. Ohne zu viel an dieser Stelle verraten zu wollen, muss man sich schon fragen, ob man es tatsächlich tolerieren und akzeptieren sollte, wenn eine einzelne, verrückte Person auf so drastische Weise ein Problem lösen will, das uns alle betrifft. Einige mögen hierbei anderer Meinung sein, Andere empfinden das Ende wohl ebenso als grausam und unbefriedigend.

Fazit:

Insgesamt behandelt der Roman auf spannende Weise ein wichtiges und sehr zwiespältiges Thema: Wie weit darf man gehen, um die Menschheit vor dem Aussterben durch Überbevölkerung zu bewahren?  Dieses Thema wird in Zukunft auch für uns immer realer werden. Ich hoffe nur, wir finden dann eine andere Lösung als die, die Dan Brown gewählt hat.

Michaela Sepp, academicworld.net  

Dan Brown. Inferno.
Bastei Lübbe 2013. 26 Euro.

 

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